Was an Weihnachten gefeiert wird, ist für den christlichen Glauben von grundlegender Bedeutung. Aber es ist nicht nur für Christen wichtig. Es betrifft jeden, und das zu verstehen, was es bedeutet, kann dein Leben radikal verändern.
Die Geschichte beginnt damit, dass Gott alles erschaffen hat. In der Bibel steht, dass er das Land, die Pflanzen, die Bäume, die Sonne und den Mond, die Tiere und die Menschen schuf (1. Mose 1). Er schuf auch die Engel, himmlische Wesen, die in der unsichtbaren Welt des Geistes seinen Auftrag erfüllen (Kolosser 1,15-16). Alles war perfekt. Keiner sündigte oder tat Böses.
Leider rebellierte einer der Engel, die Gott geschaffen hatte, gegen Gott, weil er selbst Gott sein wollte (Jesaja 14,12-14). Er wurde zum Teufel (oder Satan, ein Gegenspieler Gottes und Verkörperung des Bösen) und machte sich daran, Gottes Plan zu vereiteln. Er verleitete die ersten Menschen, die Gott schuf, Adam und Eva, dazu, die Sünde in die Welt zu lassen, was als Sündenfall bekannt ist. Die Menschheit und sogar die Schöpfung selbst veränderten sich. Es entstand eine Kluft zwischen Gott und der Menschheit, denn Gott ist perfekt und die Menschen waren gefallen. Gott wusste jedoch bereits, dass dies geschehen würde. Obwohl er Adam und Eva für ihren Ungehorsam bestrafte, sagte er, dass eines Tages ein Erlöser oder Retter kommen würde, um die Folgen ihres Handelns ungeschehen zu machen (1. Mose 3).
Mehr als tausend Jahre später sprach Gott zu einem Mann namens Abraham und rief ihn und seine Nachkommen dazu auf, nur ihn anzubeten. Das war eine radikale Vorstellung in einer Zeit, in der die Menschen eine Vielzahl von lebenden und leblosen Objekten verehrten. Aber Abraham blieb dem einen wahren Gott treu. Seine Nachkommen, die Israeliten, ließen sich schließlich in dem Land nieder, das wir heute Israel nennen. (Sieh 1. Mose 11,27-25,11.)
Die Israeliten führten Buch über Gottes Botschaften, die Propheten gegeben wurden, Menschen, die von Gottes Geist erfüllt waren und aufschrieben, was Gott ihnen sagte. Diese Botschaften enthielten „Hinweise” auf den kommenden Erlöser. Ein Prophet sagte voraus, dass der Erlöser in Bethlehem, einer kleinen Stadt in Israel, geboren werden würde (Micha 5,2). Ein anderer, dass seine Mutter eine Jungfrau sein würde (Jesaja 7,14) und dass er den Armen eine gute Nachricht verkünden, die Gefangenen befreien und die Kranken heilen würde (Jesaja 61,1).
Um ca. 4 v. Chr. setzte Gott seinen Plan in die Tat um. Er sandte einen Engel zu einer jungen Frau namens Maria. Sie war Jungfrau und mit einem Mann namens Josef verlobt. Der Engel verkündete Maria, dass sie schwanger werden und einen Sohn gebären würde. Mehr noch: ihr Kind, Jesus, würde Gottes Sohn, Emanuel – Gott mit uns, sein und die Menschen von ihren Sünden erlösen. Marias Verlobter Josef war bestürzt, als er erfuhr, dass Maria schwanger war, aber Gott sandte ihm einen Engel, der ihm sagte, dass das Kind von Gott empfangen worden war. Josef heiratete Maria, wie es ihm der Engel geboten hatte. (Sieh Lukas 1,26-35, Matthäus 1,18-25.)
Joseph und Maria lebten in einer Stadt namens Nazareth im Norden Israels, seine Familie stammte jedoch ursprünglich aus Bethlehem. Als der Kaiser anordnete, dass alle zur Volkszählung in ihre Heimatstädte zurückkehren sollten, reiste Joseph mit Maria kurz vor der Geburt Jesu nach Bethlehem, doch konnten keine Unterkunft finden. In der Populärkultur wird typischerweise dargestellt, wie sie von Gasthöfen abgewiesen werden, bevor sie in einem abgelegenen Stall Unterschlupf finden, aber Bethlehem war zu klein, um Gasthöfe zu haben. Daher ist es wahrscheinlicher, dass der Stall, in dem Jesus geboren wurde, ein Stall auf dem Feld war, in dem auch die Opferlämmer für den Tempel geboren wurden (Micha 4,8).
Die Bibel berichtet uns dann, dass unmittelbar nach der Geburt Jesu ein Engel einer Gruppe von Hirten erschien, die auf einem nahe gelegenen Hügel ihre Schafe hüteten. Der Engel sagte ihnen, sie sollten sich nicht fürchten, und erklärte ihnen, wo und wie sie Jesus finden könnten. Als sie ihn gefunden hatten, beteten sie ihn an und erzählten dann der ganzen Stadt, was sie in dieser Nacht gehört und gesehen hatten (Lukas 2,1-20).
Eine weitere Gruppe von Männern, diesmal von außerhalb Israels, stattete Jesus nach seiner Geburt ebenfalls einen Besuch ab. Die Bibel berichtet uns, dass sie bei der Geburt Jesu einen ungewöhnlichen Stern am Himmel sahen. Wie viele Menschen jener Zeit glaubten auch sie, dass dieses außergewöhnliche „Zeichen am Himmel“ etwas zu bedeuten hatte, in diesem Fall die Geburt eines neuen Königs Israels. Also machten sie sich auf den Weg, um ihn zu sehen. Irgendwann während der Reise oder vielleicht sogar schon vorher wurde ihnen klar, dass sie nicht nur einen König sehen würden. Die Bibel berichtet uns, dass sie Jesus, als sie ihn sahen, nicht nur Geschenke brachten, sondern ihn auch anbeteten (Matthäus 2,1-12).
Vieles an der Weihnachtsgeschichte mag fantastisch erscheinen. Engel, ein ungewöhnlicher Stern und eine Jungfrau, die ein Kind zur Welt bringt, sind sicherlich keine alltäglichen Ereignisse. Aber historische Beweise außerhalb der Bibel sagen uns, dass Jesus eine reale Person war, die im ersten Jahrhundert lebte. Darüber hinaus ergibt seine Mission vollkommen Sinn, wenn wir den ursprünglichen Kontext verstehen.
Gott ist gerecht, heilig und vollkommen, aber auch barmherzig. Die Bibel sagt, dass Er die Liebe selbst ist (1.Johannes 4,8). Er kann keine Sünde in Seiner Gegenwart dulden, wollte aber die Kluft zwischen uns und Ihm überbrücken. Er möchte nicht, dass wir für unsere Sünden bestraft werden, obwohl wir dies verdienen. Deshalb kam Jesus auf die Erde. Jesus lebte ein vollkommenes, perfektes Leben, und sein Tod bezahlte den Preis für unsere Sünden. Deshalb feiern Milliarden von Menschen auf der ganzen Welt am 25. Dezember die Tatsache, dass „uns ein Kind geboren wurde … Und sein Name wird sein: Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, Ewiger Vater, Friedefürst“ (Jesaja 9,5).
