Mich hat oft die Bibelstelle bewegt, in der nach der Verkündigung des Evangeliums und der Rettung der Gläubigen gesagt wird: „sogar die Engel sehnen sich danach, etwas davon zu sehen“ (1. Petrus 1,12). Was sind das für menschliche Erfahrungen, die Engel so sehr interessieren? Schließlich sind Engel eine höhere Schöpfungsordnung als wir Menschen (Hebräer 2,9) und an Weisheit und Kraft überlegen (2. Petrus 2,11).
Ein wesentlicher Teil der menschlichen Erfahrung, den Engel niemals selbst erleben können, ist die Freude der Erlösung. Es ist die Freude, aus der Gefangenschaft der Sünde befreit zu werden und aus der Finsternis in sein wunderbares Licht zu treten (1. Petrus 2,9). Als Adam und Eva im Garten Eden ungehorsam wurden, verlor die Menschheit die Gnade und die innige Gemeinschaft mit Gott. Seitdem sind wir an die Sünde gebunden (Johannes 8,34). Doch Jesus gab sein Leben am Kreuz von Golgatha, um uns von der Macht der Sünde zu erlösen und uns wirklich frei zu machen (Johannes 8,36). Gott sandte seinen Sohn nicht, um für Engel zu sterben, sondern für uns. Wie es in einer Hymne heißt:
„Heilig, heilig“, singen die Engel,
Und gern stimme ich ein, die Höfe des Himmels zum Klingen zu bringen;
Denn Engel haben nie die Freuden verspürt, die unsere Erlösung mit sich bringt. – Johnson Oatman Jr. (1856–1922)
Ein weiteres Vorrecht, das uns Menschen geschenkt ist, besteht darin, im Glauben zu leben und nicht im Schauen (2. Korinther 5,7). Engel leben in der unmittelbaren Gegenwart Gottes, in einer Welt voller Licht und Herrlichkeit. Für sie ist es ganz selbstverständlich, ihn zu loben und anzubeten. Wir dagegen glauben an Gott und vertrauen ihm im Glauben, auch wenn wir ihn nicht mit unseren körperlichen Sinnen wahrnehmen können (1. Petrus 1,8).
Manche unserer irdischen Erfahrungen und Prüfungen können unser Herz auf eine Weise brechen, die Engel nur von außen beobachten können. Doch Gott verheißt uns, dass alles, was wir in unserem Leben durchmachen, letztlich zum Guten dient, weil wir ihn lieben (Römer 8,28).
Jesus Christus, der Sohn Gottes, schenkte der Menschheit ihr größtes Vorrecht, als er Mensch wurde und einer von uns war. Er tat dies, um uns wirklich zu verstehen und für uns vor dem Vater einzutreten (Hebräer 2,16–17). Jetzt ist er zur Rechten Gottes erhöht und schenkt seine Gnade allen, die ihn anrufen, ohne Unterschied (Römer 10,12).
