Es gibt vier Bücher der Bibel, die der Lebensgeschichte Jesu gewidmet sind; sie berichten von seinen Lehren, Wundern und Taten. Die Berichte von Markus und Johannes beginnen, als Jesus 30 Jahre alt war, zu Beginn seines öffentlichen Wirkens. Matthäus und Lukas erzählen beide die Geschichte von Jesu Geburt, allerdings mit unterschiedlichen Details. Wenn du also die ganze Geschichte des ersten Weihnachtsfestes erfahren willst, empfehle ich dir, beide Bücher zu lesen.
Was ich interessant finde, ist, dass es ab der Zeit von Jesu Geburt und seiner frühen Kindheit, abgesehen von einem kleinen Zwischenfall, als er 12 Jahre alt war, keine Aufzeichnungen über sein frühes Leben gibt. Es ist erstaunlich, dass Jesus die Inkarnation Gottes in Menschengestalt war und dennoch die ersten 30 Jahre – fast 90% seiner gesamten Zeit auf der Erde – unbekannt und unerkannt blieb!
Warum aber kam er nicht einfach wie ein Blitz aus heiterem Himmel, völlig ausgewachsen auf die Erde und begann sofort seinen Dienst? Warum musste er als winziges Baby geboren werden und höchstwahrscheinlich ein ganz normales Leben führen?
Das Leben Jesu vor Beginn seines Dienstes war so normal, dass weder seine eigene Familie noch seine Nachbarn oder die Stadt einen Hinweis darauf hatten, wer er wirklich war. In Matthäus 13,54-56 heißt es über Jesus: „Er kehrte in seine Heimatstadt Nazareth zurück. Als er dort in der Synagoge lehrte, staunten die Menschen und fragten: ‚Woher hat er diese Weisheit und weshalb kann er solche Wunder tun? Er ist doch nur der Sohn eines Zimmermanns, und wir kennen doch alle Maria, seine Mutter, und seine Brüder – Jakobus, Josef, Simon und Judas. Alle seine Schwestern leben hier unter uns. Woher hat er denn dies alles?‘“
Die Antwort denke ich, darauf, warum Jesus als Baby auf die Erde kam, findet sich in Hebräer 4,15. Dort heißt es über Jesus als unseren Fürsprecher: „Dieser Hohe Priester versteht unsere Schwächen, weil ihm dieselben Versuchungen begegnet sind wie uns, doch er wurde nicht schuldig.” Er lebte 30 Jahre lang genau wie wir, damit er erleben konnte, was es bedeutet, ein Mensch zu sein: mit all den Problemen, Kummer und Schmerz, aber auch Freude, Liebe, Glück, wie auch Enttäuschungen und Irritationen.
Im obigen Vers heißt es dann: „aber er blieb ohne Sünde, wurde nicht schuldig!” Das ist der Unterschied. Jesus ist perfekt, wir sind es nicht, und doch versteht er uns. Er kann sich in uns hineinversetzen und er liebt uns trotz allem. Deshalb ist die Geburt Jesu so wertvoll und wichtig, und Weihnachten ist ein Grund zum Feiern und zur Freude.
