Es war Winter in Rumänien. Ein paar von uns hatten Geschenke und Taschen, gefüllt mit Brathühnchen, Beilagen, Gebäck und Obst vorbereitet.

Wir parkten unser Auto in einer dunklen Straße, umgeben von großen Wohnblocks in einem der ärmeren Stadtteile. Ich schloss mich Marius an, und los ging es, geleitet vom Heiligen Geist in unseren Herzen. Wir betraten irgendein Gebäude, gingen die Treppe hinauf, bogen links ab, dann rechts, und standen plötzlich vor irgendeiner Tür.

Wir klopften, warteten und klopften erneut.

Die Tür öffnete sich; ein Mann stand in der Tür. Hinter ihm konnten wir ein kahles Zimmer und ein kleines Kind sehen. Er starrte uns an und als er die Taschen in unseren Händen sah, fragte er: „Hat euch meine Schwiegermutter geschickt?” Dann fügte er verbissen hinzu: „Ich will nichts mit ihr zu tun haben!“ Er machte Anstalten, die Tür zu schließen.

Es gelang uns zu erklären, dass dies nicht der Fall war, sondern dass es Heiligabend war und wir den starken Drang verspürt hatten, an seine Tür zu klopfen. Er schwieg, trat dann zurück und ließ uns herein.

Der Raum war kahl, nur spärlich möbliert, in schummrigem Licht. Es herrschte eine düstere, traurige Atmosphäre. Kein Weihnachtsbaum, keine Freude, kein Essen auf dem Tisch.

Wir stellten uns vor und begannen ein Gespräch mit Bogdan, der uns erzählte, dass seine Frau ihn gerade verlassen hatte. Er war mittellos und fühlte sich noch einsamer, da es Heiligabend war.

Wir sprachen Worte des Glaubens, in der Hoffnung, sein gebrochenes Herz zu ermutigen. Dann beluden wir seinen Tisch mit unserem Mitgebrachtem und verteilten Geschenke und Süßigkeiten an sein kleines Mädchen, deren Gesicht aufhellte und in ein strahlendes Lächeln ausbrach.

Als wir mit den beiden zusammensaßen und redeten, lachten und beteten, veränderte sich die Atmosphäre im Raum. Sie war jetzt erfüllt von Frieden und Licht.  Die Gegenwart Christi war an diesem Abend in dieser bescheidenen Behausung zu spüren.

Als Marius und ich zum Auto zurückgingen, sprachen wir kein Wort. Als wir nach Hause fuhren, um das Weihnachtsessen mit unserer Familie zu genießen, konnten wir nicht anders, als die Gegenwart Jesu zu spüren und eine innere Freude durchflutete unsere Herzen.

Möge dein Weihnachten dir viel Freude bringen, wenn du seine wahre Bedeutung mit denen teilst, die die Hoffnung von Weihnachten brauchen – den verlorenen, einsamen und verletzten Menschen in dieser Welt!