Ich habe mehrere Jahre als Clown gearbeitet und Kinderstationen in Krankenhäusern besucht. Es war erstaunlich zu sehen, wie unterschiedlich die einzelnen Familien auf die Herausforderungen reagierten, die das Leben mit einem hospitalisierten Kind mit sich brachte. Manche standen unter Schock, waren voller Angst oder sogar in einer Art Realitätsverdrängung gefangen. Andere hingegen schienen über tiefere innere Kraftquellen zu verfügen, die ihnen halfen, auf diesem steinigen Weg zurechtzukommen. Das zeigte sich auch im inneren Frieden ihrer Kinder und in ihrer eigenen Fähigkeit, sich an die neue Situation anzupassen.

Ich habe darüber nachgedacht, dass wir uns wohl alle gut vorbereiten würden, wenn wir wüssten, wann uns solch unerwartete Umstände treffen. Doch genau darin liegt der Haken: Wir wissen es nicht. Vor einiger Zeit las ich eine Geschichte, die ein wenig Licht darauf wirft, wie wir besser ausgerüstet sein können, um schwierigen Situationen zu begegnen. Sie geht so:

In einer Region Afrikas waren die ersten Christen sehr eifrig im Gebet. Jeder Gläubige hatte einen besonderen Platz außerhalb des Dorfes, an den er sich zum stillen Gebet zurückzog. Zu diesen „Gebetsplätzen“ gelangte man über einen eigenen schmalen Pfad durch das Buschland. Wenn Gras begann einen dieser Wege zu überwuchern, war klar, dass derjenige, dem er gehörte, nicht mehr viel betete. Weil den jungen Christen das geistliche Wohl der anderen am Herzen lag, entstand ein besonderer Brauch. Wenn jemand einen überwucherten „Gebetsweg“ bemerkte, ging er zu der betreffenden Person und warnte sie auf liebevolle Weise: „Freund, auf deinem Weg wächst Gras.“ – Henry G. Bosch

Wir können uns selbst fragen: Wie sieht unser Weg zum Gebet aus? Ist er durch täglichen Gebrauch gut ausgetreten, oder ist er von den Dornen der Sorgen überwuchert? Wenn wir uns in kritischen, Zeiten befinden, verzweifelt und hoffnungslos, wie jene Familien im Kinderkrankenhaus, finden wir dann schnell den Weg ins Gebet? Oder müssen wir erst mit der Machete kommen und den Pfad mühsam von Unkraut befreien?

Der Herr möchte jeden Tag Teil unseres Lebens sein und uns durch die leichten wie auch durch die schweren Momente begleiten. Wenn wir eine enge Beziehung zu Ihm pflegen, wird es ganz selbstverständlich sein, in Zeiten der Not zu ihm zu laufen. Wir zögern nicht, denn der „Weg“ ist frei.

In dieser Ausgabe von Activated geht es um die Herausforderungen des Lebens und darum, wie wir ihnen mit Glauben, Hoffnung und Ausdauer begegnen können. Wir beten, dass du dich immer daran erinnerst: „Gott ist unsre Zuflucht und unsre Stärke, er hat sich als Hilfe in der Not bewährt.“ (Psalm 46,2).