Vor Kurzem hörte ich eine kurze Andacht darüber, wie wichtig es ist, mit sich selbst auf eine positive Weise zu sprechen. Als Beispiel wurde dabei Psalm 42,6 angeführt:

„Was bist du so bedrückt, meine Seele, und warum bist du so unruhig in mir? Hoffe auf Gott! Denn ich werde ihn wieder preisen, meinen Retter und meinen Gott.“

Wenn man den ganzen Psalm liest, fällt etwas Interessantes auf: David bringt Gott gegenüber ganz offen seine Klagen und seine Not zum Ausdruck. Doch sobald er zu sich selbst spricht, klingt es, als würde er sich selbst Mut zusprechen. David verdrängte seine Gefühle nicht. Aber anstatt sich von ihnen beherrschen zu lassen oder sich in ihnen zu verlieren, machte er sie zum Inhalt seines Gebets.

Gedanken und Gefühle in eine positive Richtung zu lenken, kann verwirrend erscheinen. Wenn wir uns niedergeschlagen fühlen, wirkt positives Denken manchmal künstlich oder unecht. In Wirklichkeit geht es jedoch oft um Selbstdisziplin und eine bewusste Entscheidung. Denn wenn wir unseren Gefühlen erlauben, unsere Gedanken vollständig zu bestimmen, kann das uns entmutigen oder sogar schaden.

Ja, Selbstdisziplin ist wichtig. Doch Christ zu sein und Gott zu vertrauen bedeutet nicht, dass wir unsere Gefühle unterdrücken müssen. Vielmehr dürfen wir sie Gott anvertrauen und ihm überlassen. Und nachdem wir das getan haben, müssen wir lernen, mit Hoffnung und Glauben zu uns selbst zu sprechen.

Ein hilfreicher Weg dazu ist die christliche Meditation. Viele denken beim Wort „Meditation“ zunächst an fernöstliche Meditationsformen, bei denen der Geist bewusst geleert werden soll. Christliche Meditation ist jedoch genau das Gegenteil. Die Bibel ermutigt uns, unseren Geist mit Gottes Wort zu erfüllen und unsere Gedanken darauf auszurichten.

„Wie sehr liebe ich dein Gesetz! Den ganzen Tag denke ich darüber nach.“ (Psalm 119,97)

„Die Worte des Gesetzes sollen immer in deinem Mund sein. Denke Tag und Nacht über das Gesetz nach, damit du allem, was darin geschrieben steht, Folge leisten kannst, denn nur dann wirst du erfolgreich sein“ (Josua 1,8).

Hier sind einige Bibelverse, über die ich besonders gern nachdenke:

  • Denen, die auf den HERRN vertrauen, wird es niemals an Gutem fehlen. – Psalm 34,11
  • Der HERR ist gut. Seine Gnade hört niemals auf, und seine Treue gilt für immer. – Psalm 100,5
  • „Denn ich will deine Wunden verbinden und dich heilen“, spricht der HERR. – Jeremia 30,17
  • Er heilt gebrochene Herzen und verbindet Wunden. – Psalm 147,3
  • Unser Herr ist groß und seine Macht ist gewaltig! Seine Erkenntnis übersteigt alles, was wir begreifen können! – Psalm 147,5