In 5. Mose 30,19 sagt Gott: „Heute stelle ich euch vor die Wahl zwischen Leben und Tod, zwischen Segen und Fluch. Der Himmel und die Erde sind meine Zeugen. Wählt doch das Leben, damit ihr und eure Nachkommen am Leben bleiben!“ Aber als Jesus kam, nahm er am Kreuz jedoch den Fluch der Sünde und des Todes für uns alle auf sich (Galater 3,13).

Jesus sagt in Johannes 10,10: „Ein Dieb will rauben, morden und zerstören. Ich aber bin gekommen, um ihnen das Leben in ganzer Fülle zu schenken.“ Durch Sein vollbrachtes Werk am Kreuz hat Jesus die Macht Satans gebrochen. Doch Satan, „der Dieb“, ist noch nicht aus dieser Welt verschwunden. Er geht noch immer umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann (1. Petrus 5,8). Deshalb stehen wir täglich vor einer Entscheidung: Wollen wir in dem Leben in Fülle leben, das Jesus allen schenkt, die an Ihn glauben und Ihn annehmen, oder lassen wir uns auf den Weg von Tod und Zerstörung ein, den der Feind bereithält?

Ich möchte einige Beispiele weitergeben, was diese Entscheidung zwischen Leben und Tod im Laufe der Jahre für mich bedeutet hat und auch heute noch bedeutet.

Ich beginne mit der Kraft von Worten. In Sprüche 18,21 heißt es: „Die Zunge hat Macht über Leben und Tod; wer sie gut nutzt, genießt ihre Frucht“ Für mich bedeutet das: Wie auch immer ich meine Zunge einsetze – sei es für Leben oder Tod, um Menschen aufzubauen oder sie zu zerstören – werde ich letztendlich die Früchte meiner Entscheidung selbst ernten. Das ist eine ernüchternde Warnung, die mich motiviert, Gottes Hilfe zu suchen, um täglich durch meine Worte Leben, Liebe und Ermutigung weiterzugeben.

Ich war in dieser Hinsicht sicherlich nicht perfekt, doch gerade durch meine Fehler hat Gott mich vieles gelehrt. Als Musiker, der verschiedene Gesangsgruppen und Bands geleitet hat, habe ich gelernt, wie wichtig es ist, mit meinen Worten sorgfältig umzugehen, besonders wenn ich konstruktive Kritik äußere. Meine Absicht war immer, anderen zu helfen und sie zu motivieren, sich weiterzuentwickeln. Manchmal war ich dabei jedoch zu direkt. Dadurch verletzten meine Worte einige Menschen, und sie verloren den Mut. Glücklicherweise konnte ich mich bei ihnen entschuldigen und die Beziehung wieder in Ordnung bringen. Das gab ihnen neues Vertrauen und neue Freude daran, weiter Musik zu machen. Bis heute lehrt mich der Herr, „die Wahrheit in Liebe“ zu sagen (Epheser 4,15).

Ich bemühe mich außerdem immer mehr, nicht über andere zu lästern oder hinter ihrem Rücken schlecht über sie zu reden. Denn wenn ich das tue, setze ich meine Zunge für den Tod ein statt für das Leben.

Ebenso wichtig ist es, dass ich über meinem eigenen Leben Gottes Verheißungen ausspreche, anstatt negativen oder hoffnungslosen Gedanken Raum zu geben.

Das Leben zu wählen bedeutet auch, denen zu vergeben, die mir Unrecht getan haben, statt Bitterkeit oder Groll gegen sie zu hegen. Das ist nicht immer leicht. Doch Gottes Wort fordert uns auf, einander zu vergeben, so wie auch Gott uns in Christus vergeben hat (Epheser 4,32). Die Alternative – Bitterkeit und Groll – ist ein Weg des Todes und der Zerstörung, und kann nicht nur unser eigenes Herz, sondern auch das Leben anderer vergiften (Hebräer 12,15).

Das Leben zu wählen kann auch bedeuten, nicht aufzugeben, wenn ich bei etwas gescheitert bin oder meine Ziele zunächst nicht erreicht habe. Ich glaube, dass zu dem Leben in ganzer Fülle, das Jesus uns schenken möchte, auch gehört, unser von Gott gegebenes Potenzial zu entfalten und zu der Person zu werden, zu der er uns berufen hat. Rückschläge gehören zum Lernen und Wachsen dazu. Wenn ich mich jedoch von ihnen aufhalten lasse, werde ich dieses Ziel nicht erreichen. Durch Gottes Gnade lerne ich, Misserfolge anzunehmen, aus ihnen zu lernen und dann mutig weiterzugehen, damit weiteres Wachstum und neue Siege möglich werden.

Sich für das Leben zu entscheiden, kann auch bedeuten, meinen Blick weiterhin auf Jesus, seine Treue und seine Verheißungen gerichtet zu halten, selbst wenn es so aussieht, als könnte es nicht mehr düsterer werden. Zum Beispiel erhielt ich vor kurzem die traurige Nachricht, dass eine gute Freundin von mir gestorben war. Ich war von Trauer überwältigt, doch nach einiger Zeit traf ich bewusst die Entscheidung, mich im Herrn zu stärken, so wie David es tat (1.Samuel 30,6). Schließlich wusste ich, dass meine Freundin Jesus angenommen hatte und dass sie nun im Himmel ist. Also richtete ich meinen Blick weg von der Trauer und dem Verlust hin zur göttlichen, tröstenden Gegenwart des Heiligen Geistes. Und fand den Frieden und den Trost, den ich brauchte.

Es stimmt zwar, dass wir die vollkommene Liebe erst im Himmel erfahren werden, doch ich weiß auch, dass Jesus nicht gekommen ist, um uns das Leben nur in der kommenden Welt zu schenken. Er hält auch hier und jetzt viele gute Dinge für uns bereit. Der Apostel Paulus sagt uns: „Er wird euch großzügig mit allem versorgen, was ihr braucht. Ihr werdet haben, was ihr braucht, und ihr werdet sogar noch etwas übrig behalten, das ihr mit anderen teilen könnt (2. Korinther 9,8).