Wenn das Leben schön ist, die Vögel singen und die Sonne scheint, fällt es uns leicht, Gott zu loben. In solchen Momenten steigt das Lob ganz natürlich aus unserem Herzen auf. Doch sollten wir Gott nur dann loben, wenn es uns gut geht?
Die Bibel sagt: „Seid in allem dankbar; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch“ (1. Thessalonicher 5,18).
Vielleicht erscheint es zunächst ungewöhnlich, Gott „in allem“ zu loben, selbst in schweren Zeiten. Doch wenn wir wissen, „dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen“ (Römer 8,28), dann können wir ihm auch für das danken, was in unser Leben kommt.
In der Bibel finden wir viele Beispiele von Menschen, die gerade in ihren dunkelsten Stunden ihre Stimme zu Gott erhoben. Ihre Geschichten erinnern uns daran, dass Lobpreis nicht nur eine Reaktion auf einen Sieg ist, sondern oft der Weg dorthin.
David wurde über lange Zeit von König Saul verfolgt. Es gab Augenblicke, in denen ihn der Mut verließ. Einmal klagte er sogar: „Ich werde eines Tages doch noch durch die Hand Sauls umkommen“ (1. Samuel 27,1). Aber er blieb nicht in dieser Hoffnungslosigkeit gefangen. Seine Psalmen sind erfüllt von Lob und Dank gegenüber Gott. So schreibt er in Psalm 42,12: „Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.“
Hiob verlor an einem einzigen Tag seinen ganzen Besitz und alle seine Kinder. Dennoch vergaß er Gott in seiner Trauer nicht und bekannte: „Der HERR hat gegeben, der HERR hat genommen; gelobt sei der Name des HERRN“ (Hiob 1,21). Am Ende gab Gott ihm doppelt so viel zurück, wie er zuvor besessen hatte.
Paulus und Silas wurden ins Gefängnis geworfen, weil sie den Namen Jesu verkündigten. Man schlug sie, sperrte sie in die innerste Zelle und legte ihre Füße in den Block. Trotz dieser schmerzlichen und aussichtslosen Lage berichtet die Bibel: „Gegen Mitternacht beteten Paulus und Silas und lobten Gott mit Liedern“ (Apostelgeschichte 16,25). Sie priesen Gott mitten in der Dunkelheit, obwohl sie litten. Was dann geschah, war nichts weniger als ein Wunder. Ein Erdbeben erschütterte das Gefängnis. Alle Türen öffneten sich, und sogar die Fesseln der Gefangenen lösten sich. Doch niemand floh, sondern alle blieben an ihrem Platz. Dadurch kamen der Gefängnisaufseher und seine ganze Familie zum Glauben an Jesus Christus und ließen sich taufen (Sieh Apostelgeschichte 16,25–34.)
Lobpreis ist wie eine Kerze in unserer Dunkelheit. Lob stärkt unseren Geist, lädt Gottes Gegenwart in unser Leben ein und bezeugt, dass Gott größer ist als alles, was uns jemals begegnen kann.
