„Du bist würdig, unser Herr und Gott, Herrlichkeit und Ehre und Macht entgegenzunehmen. Denn du hast alle Dinge geschaffen; weil du es wolltest, sind sie da und wurden sie geschaffen. – Offenbarung 4,11

Als Christen sind wir zu einem Leben der Anbetung und des Lobpreises berufen. Immer wieder erinnert uns die Bibel daran, wie wichtig Lobpreis und Anbetung für unsere Beziehung zu Gott sind. Sie lädt uns ein, „mit Dank durch seine Tore einzutreten und mit Lobgesang in seine Vorhöfe“ und ihm zu danken und seinen Namen zu preisen wegen seiner Güte, seiner beständigen Liebe und seiner Treue, die allen Generationen gilt. (Psalm 100,4–5)

Anbetung gehört untrennbar dazu, das erste und größte Gebot zu erfüllen: den Herrn von ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit ganzem Verstand und mit aller Kraft zu lieben. (Matthäus 22,36–38; Markus 12,29–30) Diese Liebe soll tief, umfassend und von ganzem Herzen sein – eine Liebe, die Gott alles gibt, was wir sind und haben. Sie ist unsere aufrichtige Antwort auf seine Einladung, mit ihm in Beziehung zu leben. Der Vater sehnt sich so sehr nach Gemeinschaft mit uns, dass er seinen einzigen Sohn, Jesus, sandte, um die Trennung zwischen sich und den Menschen zu überbrücken. (Johannes 3,16) So groß ist seine Liebe zu uns. Und zu derselben Liebe sind auch wir in unserer Beziehung zu ihm berufen. (1. Johannes 4,19)

Unsere Liebe zu Gott weckt in uns den Wunsch, seine Nähe zu suchen (Jakobus 4,8), eine tiefe Beziehung zu ihm aufzubauen und ihm immer ähnlicher zu werden. (2. Korinther 3,18) Um dies zu erreichen, verpflichten wir uns, regelmäßig Zeit damit zu verbringen, im Gebet mit ihm zu kommunizieren und sein Wort zu lesen. Unsere Liebe und Dankbarkeit bringen wir durch Anbetung und Lobpreis zum Ausdruck, aber auch dadurch, dass wir unser Leben so führen, dass es ihn ehrt, seine Größe sichtbar macht und seinen Namen erhebt. (Psalm 34,4)

Als Jesus mit der samaritanischen Frau am Brunnen sprach, sagte er: „Die Zeit kommt, ja sie ist schon da, in der die wahren Anbeter den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten. Der Vater sucht Menschen, die ihn so anbeten. Denn Gott ist Geist; deshalb müssen die, die ihn anbeten wollen, ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.“ (Johannes 4,23–24)

Daraus erkennen wir, dass Gott, der Geist ist, Menschen sucht, die ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. Wer Gott liebt und ihm Freude machen möchte, wird ihn mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit ganzem Verstand und mit aller Kraft anbeten, weil dies seinem Herzen entspricht.

Gott allein ist unserer Anbetung würdig. Ihn anzubeten bedeutet, ihm Ehrfurcht entgegenzubringen und ihm den Platz einzuräumen, der ihm gebührt. Es heißt, seine unvergleichliche Größe und Herrlichkeit anzuerkennen, sie auszusprechen und ihn dafür zu ehren. „Gebt dem HERRN die Ehre, die seinem Namen gebührt. Betet den HERRN an in der Schönheit seiner Heiligkeit.“ (Psalm 29,1–2)

Der Grund dafür, dass Gott aller Anbetung würdig ist, liegt in seinem Wesen und seinem Charakter – in dem, wer er ist. Er ist der Schöpfer aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge. (Kolosser 1,16) Er ist allmächtig, allwissend, unveränderlich, unendlich und ewig. Er ist überall gegenwärtig. Er ist Weisheit, Wahrheit, Treue, Güte, Liebe, Barmherzigkeit, Gnade, Geduld, Heiligkeit, Gerechtigkeit und vieles mehr. Wir Menschen, die nach seinem Bild geschaffen wurden, tragen zwar einen kleinen Anteil einiger dieser Eigenschaften in uns. Gott jedoch besitzt sie nicht nur – er ist sie. Er ist unendlich größer als wir. Deshalb gebührt ihm unsere Anbetung. „Denn alles kommt von ihm; alles besteht durch seine Macht und ist zu seiner Herrlichkeit bestimmt. Ihm gehört die Ehre in Ewigkeit! Amen“ (Römer 11,36).

Doch Gott ist nicht nur unser Schöpfer, sondern auch unser Erlöser. Obwohl wir Sünder sind, hat er einen Weg geschaffen, damit wir mit ihm versöhnt werden können. Durch den Opfertod Jesu am Kreuz hat er allen, die an ihn glauben und ihn als ihren Erlöser annehmen, das Heil geschenkt. Er erlöst uns von Sünde und Tod. (Römer 5,10–11)

Durch den Tod und die Auferstehung Jesu haben wir heute das wunderbare Vorrecht, direkt in Gottes Gegenwart zu kommen – im Gebet, im Lobpreis und in der Anbetung.

Je besser wir Gott kennenlernen, je mehr wir Seine Liebe und Macht verstehen und erkennen, was Er alles für uns getan hat und weiterhin tut, desto klarer wird uns, dass Lobpreis und Anbetung die natürliche Antwort unseres Herzens auf ihn sind.

Unseren Lobpreis zum Ausdruck bringen

Christen sind dazu aufgerufen, sowohl privat als auch in der Gemeinschaft Gott anzubeten. Es gehört zu unserem Glaubensleben, dass wir uns mit anderen Christen zur Anbetung versammeln (Hebräer 10,24–25) und dann „singt, von Gnade erfüllt, aus ganzem Herzen Psalmen, Lobgesänge und geistliche Lieder für Gott“ (Kolosser 3,16). Wenn wir uns mit anderen versammeln, um den Herrn zu preisen und gemeinsam zu beten, hat Jesus versprochen: „Wo zwei oder drei in meinem Namen zusammenkommen, da bin ich mitten unter ihnen“ (Matthäus 18,20).

Doch gemeinsamer Gottesdienst allein genügt nicht. Gott lädt jeden von uns auch zu einer persönlichen Gemeinschaft mit ihm ein. In den Evangelien lesen wir immer wieder, dass Jesus früh am Morgen an einen einsamen Ort ging, um Zeit mit seinem Vater zu verbringen (Markus 1,35; Lukas 6,12). Eine enge Beziehung zu Gott wächst, wenn wir ihm im Gebet und in der Anbetung begegnen, wenn wir ihm mit Liebe, Ehrfurcht und Hingabe antworten, ihn loben und ihm danken und unsere Freude an ihm finden (Psalm 37,4).

Anbetung ist weit mehr als eine feste Abfolge von Gebet, Lobpreis und Liedern. Sie bedeutet, im Geist in Gottes Gegenwart einzutreten. Lobpreis bildet das Fundament unserer Anbetung und soll unsere Haltung, unsere Sichtweisen und unsere Gedanken durchdringen (Philipper 4,8). Die Psalmen sind voller Worte des Lobes, die wir in unserer persönlichen Zeit mit dem Herrn zu unseren eigenen machen können.

Auch Dankbarkeit gehört untrennbar zur Anbetung. Indem wir Gott für seine Güte und seine vielen Segnungen danken, bringen wir unsere Dankbarkeit zum Ausdruck. Die Bibel fordert uns sogar auf, Gott jederzeit und für alles zu danken, ganz gleich, in welcher Situation wir uns befinden (Epheser 5,20; 1. Thessalonicher 5,18). Unser Leben soll „von Dankbarkeit überfließen“ (Kolosser 2,7). Es gibt unzählige Dinge, für die wir dankbar sein können, und wenn wir sie bewusst erkennen und dem Herrn dafür unsere Dankbarkeit zum Ausdruck bringen, wird Dankbarkeit zu einem Teil unseres Wesens.

Die Anbetung sollte Teil unseres täglichen Gesprächs mit Gott sein. Wenn wir Gottes Schöpfung betrachten, können wir dem Herrn Ehre, Lob und Dank für seine nie versagende Liebe und seine wunderbaren Werke und Taten erweisen (Psalm 107,8). Wenn wir über sein Wort nachsinnen, wenn wir an die Segnungen denken, die er uns geschenkt hat, an die Barmherzigkeit, die er uns so reichlich erwiesen hat, an die Gnade, die er uns so freigiebig gewährt hat – all das sind Momente, für die wir ihn anbeten können (Psalm 8,3–5).

Wenn wir Gott für seine Macht, seine Gegenwart und seine Allwissenheit preisen, erinnert uns das daran, dass er immer bei uns ist. Er kennt uns durch und durch. Er hat uns geschaffen und weiß, was in unseren Herzen vorgeht. Dieses Bewusstsein stärkt unseren Wunsch, nach seinem Wort zu leben, anderen mit Liebe zu begegnen und sie so zu behandeln, wie wir selbst behandelt werden möchten (Lukas 6,31).

Eine weitere wichtige Form der Anbetung ist unser Dienst für Gott und für unsere Mitmenschen. Der Apostel Paulus bezeichnet ein solches Leben als ein Opfer, das „heilig und Gott wohlgefällig“ ist, und als unseren „vernünftigen Gottesdienst“ (Römer 12,1). An anderer Stelle schreibt er: „Dieser Dienst … bewirkt auch, dass viele Gott von Herzen danken“ (2. Korinther 9,12). Jesus fordert uns auf, unser Licht vor den Menschen leuchten zu lassen, damit sie unsere guten Werke sehen und unseren Vater im Himmel verherrlichen (Matthäus 5,16).

Anbetung ist nicht nur eine einzelne Handlung, sondern eine Lebensweise. Sie zeigt sich darin, dass wir Gott lieben, ihm dienen, ihn verherrlichen und seine Liebe und Wahrheit an andere weitergeben. Wenn wir mit Dank und Lob vor ihn kommen, ihm unsere Liebe ausdrücken, ihn ehren und ihm mit unserem Leben die Ehre geben, dann beten wir Gott so an, wie er angebetet werden möchte: im Geist und in der Wahrheit. Je mehr wir in Worte fassen, wer Gott ist und was er getan hat, desto präsenter wird er in unserem Alltag, und desto besser verstehen wir die Breite, Länge und Tiefe seiner unerschöpflichen Liebe zu uns. (Epheser 3,18–19).