Bist du schon mal an einem See entlang spaziert, der so ruhig dalag, dass sich die umliegenden Berge und Bäume auf seiner Oberfläche spiegelten? Das ist einer der schönsten und friedlichsten Anblicke überhaupt. Es ist einfach atemberaubend, all diese Schönheit im Wasser gespiegelt zu sehen.
„Er führt mich zu stillen Wassern. Er erquickt meine Seele“ (Psalm 23,2–3).
Gottes Schöpfung zu betrachten, tut unserer Seele so gut. Sie schenkt uns einen Blick in sein Herz und hilft uns, tiefere geistliche Wahrheiten zu begreifen. Der See, in seiner Stille, spiegelt den Himmel wider.
In meinem Leben sind die Wasser jedoch oft turbulent. Die Wellen bringen mich voran. Die kleinen Kreise darin, breiten sich in alle Richtungen aus. Der Wind weht, ich werde bewegt und Dinge kommen ins Rollen.
Ich sehne mich nach stillen Wassern, finde aber manchmal nur reißende Ströme und tosende Fluten. Ich versuche, die Gezeiten aufzuhalten, doch merke, dass ich auf höheres Gelände fliehen muss.
Wie die Jünger im Boot mit Jesus, mitten im Sturm auf dem Galiläischen Meer, gerate auch ich in Panik. Doch Jesus sagt einfach: „Frieden! Sei still!“, und selbst Wind und Wellen gehorchen ihm und plötzlich ist wieder Ruhe. (Sieh Markus 4,35–41.)
Ich brauche diese Zeit der Stille, bevor ich bereit bin, mich der nächsten Herausforderung zu stellen, bevor ich verstehen kann, warum ich dorthin gehen soll, wohin Er mich führt. Manchmal gerate ich in dunkle Täler, die meinen Glauben auf die Probe stellen. Manchmal muss ich mich meinen Feinden stellen. Aber selbst in diesen schwierigen Situationen, mit dem Herrn an meiner Seite, fühle ich mich von seiner Güte und seiner Liebe überflutet (Psalm 23,3–5).
Der Herr ist mein Hirte. Mir wird nichts mangeln (Psalm 23,1). Er schenkt mir Ruhe. Er führt mich zu stillen Wassern und stellt meine Seele wieder her. Dann bin ich zu allem bereit. Ich habe Gnade für dunkle Orte, um mich der Angst zu stellen und sie mit Dankbarkeit zu überwinden. Weil ich Zeit an stillen Wassern verbracht habe, rückt alles in die richtige Perspektive. Der Himmel spiegelt sich in meinem Leben wider, und ich weiß, dass, egal was passiert, ich für immer beim Herrn sein werde (Psalm 23,6).
„Da schrien sie zum HERRN in ihrer Not, und er rettete sie aus ihrer Verzweiflung.
Er ließ den Sturm zur leichten Brise werden und die tobenden Wellen legten sich.
Da wurde ihnen wieder leicht ums Herz und er brachte sie zum ersehnten Hafen.
– Psalm 107,28–30 GNB
