Die Zeit vor Ostern lädt uns auf wunderbare Weise dazu ein, die Berichte über Jesu Auferstehung neu zu betrachten und über die ewige Erlösung nachzudenken, die er für uns durch seinen Opfertod am Kreuz erlangt hat (Epheser 1,7; Hebräer 9,12). Wenn wir über die glorreiche Auferstehung Jesu als unseren Herrn und Erlöser nachdenken, können wir den alten christlichen Ostergruß freudig wiederholen: „Er ist wahrhaftig auferstanden!“

In jedem der vier Evangelien lesen wir davon, wie Jesus seinen Jüngern – sowohl Frauen als auch Männern – nach seiner Auferstehung erschienen ist. Im Matthäusevangelium erfahren wir, dass einige der Jüngerinnen zum Grab gingen, um Jesu Leib zu salben, und es leer vorfanden. Sie begegneten einem Engel, der ihnen auftrug, zu den Aposteln zu gehen und ihnen zu sagen, dass Jesus lebe und nach Galiläa gehe, wo sie ihn sehen würden (Matthäus 28,6–7).

Als sie losliefen, um den Jüngern diese Botschaft zu überbringen, begegneten die Frauen auf dem Weg dem auferstandenen Jesus selbst.

„Unterwegs begegneten sie Jesus. „Seid gegrüßt!“, sagte er. Und sie liefen zu ihm hin, umklammerten seine Füße und beteten ihn an. Jesus sagte zu ihnen: „Habt keine Angst! Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa kommen, dort werden sie mich sehen.“ (Matthäus 28,9–10).

Es ist schwer vorstellbar, welche Freude und welches Staunen sie empfanden, als sie den auferstandenen Jesus sahen. Indem sie ihm zu Füßen fielen und ihn anbeteten, zeigten sie, dass sie verstanden hatten, dass er mehr als nur ein Mensch war – er ist göttlich.

Das Lukasevangelium berichtet davon, wie Jesus zwei Jüngern erschien, die nicht zu den elf Aposteln gehörten und an diesem Tag auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus waren. Während sie auf ihrem Weg über alles sprachen, was geschehen war, näherte sich Jesus ihnen und sprach mit ihnen, doch ihre Augen waren nicht in der Lage, ihn zu erkennen.

„Worüber redet ihr?“, fragte Jesus. „Was beschäftigt euch denn so?“ Da blieben sie voller Traurigkeit stehen. Einer von ihnen, Kleopas, sagte: „Du bist wohl der einzige Mensch in Jerusalem, der nicht gehört hat, was sich dort in den letzten Tagen ereignet hat.“ (Lukas 24,17–18)

Kleopas war sichtlich überrascht über Jesu Frage. Es schien ihm unbegreiflich, dass jemand aus Jerusalem kommen konnte, ohne von den Ereignissen der letzten Tage gehört zu haben – Jesu Prozess und Kreuzigung waren so öffentlich gewesen. Als Jesus nachfragte, „was denn?“, erklärten sie:

„Das, was mit Jesus von Nazareth geschehen ist“, sagten sie. „Er war ein Prophet, der vor Gott und dem ganzen Volk erstaunliche Wunder tat und mit großer Vollmacht lehrte. Doch unsere obersten Priester und die anderen Ältesten haben ihn verhaftet, den Römern ausgeliefert und zum Tod verurteilen lassen, und er wurde gekreuzigt. Wir hatten gehofft, er sei der Christus, der Israel retten und erlösen wird. Das alles geschah vor drei Tagen.“ (Lukas 24,19–21)

Kleopas und sein Begleiter hatten Jesus vertraut und große Hoffnung auf ihn gesetzt, doch nach seiner Verhaftung und Kreuzigung waren sie enttäuscht. Es war der dritte Tag seit Jesu Tod – die drei Tage, die Jesus selbst vor seiner Auferstehung angekündigt hatte (Lukas 9,21–22; Matthäus 20,17–19).

Dann berichteten sie Jesus, was die Frauen am Grab erlebt hatten:

„Heute Morgen waren einige Frauen aus unserer Gemeinschaft schon früh an seinem Grab und kamen mit einem erstaunlichen Bericht zurück. Sie sagten, sein Leichnam sei nicht mehr da und sie hätten Engel gesehen, die ihnen sagten, dass Jesus lebt! Einige von uns liefen hin, um nachzuschauen, und tatsächlich war der Leichnam von Jesus verschwunden, wie die Frauen gesagt hatten.“ (Lukas 24,22–24)

Dieser Bericht enthielt das leere Grab, das Erscheinen der Engel und die Botschaft, dass Jesus lebendig war. Diese beiden Männer sagten jedoch, dass die Jünger, die zum Grab gegangen waren, es leer vorgefunden hatten; sie hatten Jesus nicht gesehen. Jesus antwortete darauf mit den Worten: „Was seid ihr doch für unverständige Leute! Es fällt euch so schwer zu glauben, was die Propheten in der Schrift gesagt haben. Haben sie nicht angekündigt, dass der Christus alle diese Dinge erleiden muss, bevor er verherrlicht wird?“ (Lukas 24,25–26)

Jesus machte deutlich, dass die beiden Jünger nicht verstanden hatten, was sie aus der Heiligen Schrift hätten wissen müssen – dass es notwendig war, dass Christus litt und in seine Herrlichkeit einging (Jesaja 53,5–7). „Und er begann bei Mose und den Propheten und erklärte ihnen alles, was in der Schrift über ihn geschrieben stand.“ (Lukas 24,27). Jesus erklärte ihnen ausführlich, was die gesamte Heilige Schrift (das Alte Testament) über den verheißenen Messias sagte.

Etwas später erkannten die Jünger Jesus, als sie mit ihm aßen, denn er nahm „das Brot, segnete es, brach es und gab es ihnen. Da gingen ihnen die Augen auf und sie erkannten ihn.“ (Lukas 24,30,31). In dem Moment, als sie Ihn erkannten, verschwand Jesus vor ihren Augen. Das wird auch in den Evangelien berichtet, dass Jesus nach seiner Auferstehung unter den Gläubigen erschien und wieder verschwand. (Sieh Lukas 24,36; Johannes 20,19.)

Nachdem er verschwunden war, sagten die beiden zueinander: „War es uns nicht seltsam warm ums Herz, als er unterwegs mit uns sprach und uns die Schrift auslegte?“ (Lukas 24,32). Tief bewegt von seiner Gegenwart und seinen Worten kehrten sie sofort nach Jerusalem zurück, um den Aposteln zu erzählen, dass sie Jesus gesehen hatten.

Bevor sie jedoch Gelegenheit hatten, davon zu berichten, erfuhren sie, dass Jesus auch Simon erschienen war. „Als sie ankamen, wurden sie mit der Nachricht empfangen: ‚Der Herr ist tatsächlich auferstanden! Er ist Petrus erschienen!‘“ (Lukas 24,33–35).

Als sie alle voller Freude über diese beiden Begegnungen mit dem auferstandenen Christus sprachen, „stand Jesus plötzlich selbst mitten unter ihnen und sagte: ‚Friede sei mit euch‘“ Doch sie hatten alle schreckliche Angst, weil sie dachten, sie sähen einen Geist! (Lukas 24,36–37).

Um sie zu beruhigen, wies Jesus die Jünger an, seine Hände und Füße anzusehen, um die Wunden zu sehen, die er durch die Kreuzigung davongetragen hatte und ihn zu berühren. Er wollte ihnen zeigen, dass er einen wirklichen Leib aus Fleisch und Knochen hatte und kein körperloser Geist war (Lukas 24,38–40).

„Noch immer standen sie voller Zweifel und Freude da. Er fragte sie: ‚Habt ihr etwas zu essen da?‘ Sie reichten ihm ein Stück gebratenen Fisch, und er aß ihn vor ihren Augen.“ (Lukas 24,41–43).

Indem Jesus um etwas zu essen bat und sich mit ihnen an den Tisch setzte, zeigte er, dass er kein Geist oder eine Art Erscheinung war. Er erschien ihnen, sprach mit ihnen und aß mit ihnen. Es gab keinen Zweifel an seiner Auferstehung von den Toten.

„Nun öffnete er ihnen den Blick für das Verständnis dieser Schriften. Er sagte: „Es wurde vor langer Zeit aufgeschrieben, dass der Christus leiden und sterben und am dritten Tag auferstehen muss. Geht in seinem Namen zu allen Völkern, ruft sie zur Umkehr auf, damit sie Vergebung der Sünden erhalten.“ (Lukas 24,45–47).

Nachdem die Jünger verstanden hatten, was die Schrift über Jesu Tod und Auferstehung lehrt, zeigte Jesus ihnen Gottes Plan: Die Botschaft von Umkehr und Vergebung soll allen Nationen verkündet werden. Sie sollten in Jerusalem beginnen und das Evangelium in die ganze Welt tragen.

Jesus fuhr fort: „Für all dies seid ihr meine Zeugen“ (Lukas 24,48). Die Jünger waren Augenzeugen von Jesu Leben, Tod, Auferstehung und Himmelfahrt. Sie wurden beauftragt, ihre persönlichen Erfahrungen mit dem auferstandenen Christus weiterzugeben. Ihre Mission war es, die Botschaft allen Völkern zu verkünden und das ist auch unser Auftrag heute. Als Nachfolger Jesu sind auch wir alle dazu berufen, das Evangelium allen Menschen überall auf der Welt zu verkünden (Markus 16,15). Lasst uns treu die frohe Botschaft weitergeben: „Er ist wahrhaftig auferstanden!“