Die Bibel sagt uns, dass Gott die Menschen nach seinem Ebenbild erschaffen und uns für eine Beziehung geschaffen hat (1. Mose 1,27). Er selbst existiert auf ewig in einer Beziehung – Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Als Wesen, die nach seinem Ebenbild geschaffen wurden, suchen wir natürlich nach Beziehung, Freundschaft und Gemeinschaft.

Gott hat nicht gewollt, dass die Menschen allein oder isoliert von anderen leben; er wollte, dass die Menschen ihr Leben mit anderen leben, lieben und teilen (Hebräer 10,24-25). Leider hat die starke Fragmentierung des Familienlebens und der Gemeinschaften in der heutigen Kultur zu einer „Einsamkeitsepidemie” geführt.

In der heutigen Welt werden Eigenständigkeit und Unabhängigkeit hoch geschätzt und gelten als Tugenden. Durch soziale Medien und der Werbung wird uns vermittelt, dass wir uns in erster Linie um uns selbst kümmern und nach Selbstverwirklichung streben sollen.

Jedoch sehen wir, dass Einsamkeit und Isolation zu den großen Übeln unserer Zeit gehören. Soziale Isolation und Einsamkeit sind ein größeres Risiko für das menschliche Wohlergehen als in früheren Epochen der Geschichte, in denen es eine größere gegenseitige Abhängigkeit gab und das Gemeinschaftsleben die Grundlage der Gesellschaft bildete. Das Christentum kann uns einen besseren Weg lehren.

Wenn wir Jesus als unseren Herrn und Retter annehmen, werden wir als Kinder Gottes für die Ewigkeit in Gottes Familie aufgenommen (Epheser 2,19-22). Gott ist unser Vater und Jesus nannte uns seine Freunde (Johannes 15,15). Wir gehören zu seiner Kirche, dem Leib der Gläubigen (Römer 12,5). Diese unumstößlichen Wahrheiten gehören uns als Christen – auch wenn wir eine Zeit lang mit Einsamkeit und Isolation zu kämpfen haben. Unsere Hoffnung liegt nicht in dieser Welt, sondern im Himmel, wo wir Teil der wunderbarsten Gemeinschaft sein werden, die man sich vorstellen kann (Hebräer 12,22-24)!

Das Gefühl zu haben, allein auf der Welt zu sein kann uns Traurigkeit und Verzweiflung erleben lassen, das Gefühl, dass sich niemand um uns persönlich kümmert oder in Zeiten der Not für uns da ist. David in der Bibel erlebte manchmal ein tiefes Gefühl der Einsamkeit und schrie in seiner Verzweiflung zu Gott und sagte: „Wende dich zu mir und sei mir gnädig; denn ich bin einsam und elend” (Psalm 25,16). Später in den Psalmen verkündet er: „Vater der Waisen und Helfer der Witwen – das ist Gott in seiner heiligen Wohnung. Gott gibt dem Einsamen ein Zuhause” (Psalm 68,5-6).

Gott möchte, dass wir in Beziehung mit anderen Menschen stehen, so hat er uns als Menschen geschaffen. Jesus lehrte, wie wichtig es ist, unsere Nächsten zu lieben, aber der erste Platz in unseren Herzen und unserem Leben muss für ihn reserviert sein (Markus 12,28-31). Nur Jesus kann unsere Seele befriedigen und wird uns niemals verlassen, und nichts wird uns jemals von seiner Liebe trennen (Römer 8,38-39).

Es gibt Zeiten, in denen der Herr uns für eine gewisse Zeit Einsamkeit erleben lässt, und Er fühlt in diesen Zeiten mit uns (Hebräer 4,15). Manchmal lässt Gott uns einsam fühlen, um unsere Beziehung zu Ihm zu vertiefen und uns zu helfen, uns auf unsere ewige Zukunft mit Ihm zu konzentrieren. Wir werden daran erinnert: „Diese Welt ist nicht meine Heimat, ich bin nur auf der Durchreise“, wie es in einem alten Gospel-Lied heißt.

Eine Geschichte, die darüber spricht, wird über den christlichen Liedermacher George Matheson (1842-1906) erzählt. Er war sehr verliebt und stand kurz vor der Hochzeit, als sein Arzt ihm mitteilte, dass er sein Augenlicht verlieren und innerhalb von sechs Monaten blind werden würde. George war untröstlich, aber er fand es seiner Verlobten gegenüber nicht fair, ihr nicht die Wahrheit zu sagen und ihr die Wahl zu lassen, ob sie weiterhin heiraten wollte.

Als er ihr die Nachricht überbrachte, dass er am Tag ihrer Hochzeit blind sein würde, spürte er, wie ihre Hand anfing zu zittern und sie den Griff lockerte. Sie brach in Tränen aus und sagte: „Es tut mir so leid, George, aber ich kann keinen Blinden heiraten!“ Am Boden zerstört, seine ganze Welt in Trümmern und untröstlich, ging er niedergeschlagen nach Hause und dachte darüber nach, dass das Einzige, was ihm auf der Welt noch geblieben war, Jesus war. Dann nahm er ein Stück Papier und seinen alten Federkiel und schrieb ein Lied, das Millionen Menschen Trost gespendet hat:

O Liebe, die mich nicht verlässt,
Ich ruhe meine müde Seele in dir.
Ich gebe dir das Leben zurück, das ich dir verdanke,
damit es in den Tiefen deines Ozeans
reicher und voller sein kann.

O Freude, die mich durch den Schmerz findet,
Ich kann mein Herz nicht vor dir verschließen.
Ich sehe den Regenbogen durch den Regen,
und spüre, dass das Versprechen nicht eitler Schall ist,
dieses Morgen wird tränenlos sein.

Das Wunderbare am Christsein ist, dass – egal, was du in dieser Welt erlebst – du nie ganz allein sein wirst, denn du wirst immer Jesus haben. Selbst wenn alles andere vergangen ist, wirst du immer noch Jesus haben. Wenn andere dich verlassen oder geliebte Menschen aus diesem Leben scheiden, wird Jesus immer noch bei dir sein. Er hat versprochen: „Ich bin immer bei euch bis an der Welt Ende“ (Matthäus 28,20). Wenn es scheint, als gäbe es nichts mehr für dich in dieser Welt, wirst du immer noch Jesus haben – und er ist mehr als genug.

Ein weiterer Grund, warum der Herr zulässt, dass Christen manchmal Einsamkeit erleben, ist, damit sie auf andere Menschen mit seiner Liebe und seinem Trost zugehen. Es gibt so viele Menschen, die Gottes Liebe brauchen, so wie wir einst, bevor wir in Gottes Familie aufgenommen wurden. Du kannst heute im Glauben einen Schritt nach vorne machen und mit jemandem über Jesus sprechen und ihm helfen, ewige Freude zu finden – nicht nur Freundschaft und Gemeinschaft, sondern die Liebe Gottes, die sein tiefstes Bedürfnis für immer stillen wird (1. Johannes 4,8). Wenn du anderen gegenüber Liebe und Fürsorge zeigst und das „liebe deinen Nächsten wie dich selbst” (Galater 5,14) erfüllst, wirst du Frieden, Freude und Erfüllung in deinem eigenen Leben finden.

Wenn du also eine Phase der Einsamkeit in deinem Leben durchmachst, kannst du nach Möglichkeiten suchen, anderen Bedürftigen zu helfen. Engagiere dich ehrenamtlich in einem örtlichen Obdachlosenheim, Tierheim, Krankenhaus oder wo auch immer Hilfe gebraucht wird. Kümmere dich um einen Nachbarn, der ans Haus gefesselt ist oder eine schwere Zeit durchmacht, gib einem jungen Menschen Nachhilfe oder hilf einem Immigranten, die Landessprache zu lernen. Gott hat versprochen, dass er dir reichlich zurückgeben wird, wenn du anderen gibst und mit ihnen teilst. „Gebt, und ihr werdet bekommen. Was ihr verschenkt, wird anständig, ja großzügig bemessen, mit beträchtlicher Zugabe zu euch zurückfließen. Nach dem Maß, mit dem ihr gebt, werdet ihr zurückbekommen“ (Lukas 6,38).

Jedem Christen bieten sich im Laufe seines Lebens viele Gelegenheiten, für andere ein Segen zu sein. Das Erstaunliche daran ist, dass der Herr uns dafür immer etwas zurückgibt. Man kann Gott nicht übertreffen, wenn es ums Geben geht!

Wenn wir eine Zeit der Einsamkeit durchleben, wissen wir als Christen, dass nur Jesus die tiefste Sehnsucht unseres Herzens nach Liebe, Freundschaft und Gemeinschaft stillen kann. Er ist der Einzige, der die Leere und Einsamkeit, die wir alle zu bestimmten Zeiten in unserem Leben empfinden, wirklich füllen kann. Wenn wir uns an die wunderbaren Verheißungen in seinem Wort erinnern, an all das, was uns im nächsten Leben im Himmel erwartet, wird uns das helfen, uns daran zu erinnern, dass die Prüfungen und Herausforderungen dieses gegenwärtigen Lebens nicht mit der Herrlichkeit zu vergleichen sind, die uns in Christus Jesus verheißen wurden (Römer 8,18).