Ich habe mich immer für einen relativ ordnungsliebenden Menschen gehalten, der alles um ihn herum sauber, ordentlich und gut organisiert mag. Es gibt da das Sprichwort „Sauberkeit kommt gleich nach Frömmigkeit“ und ich stimme dem grundsätzlich zu. Sauberkeit ist eine gute Angewohnheit. Eine unordentliche und ungepflegte Umgebung wirkt deprimierend und trägt nicht zur Verherrlichung Gottes bei.
Die Bibel spricht zwar von der Bedeutung guten Verhaltens und guten Benehmens, misst jedoch unserem Innenleben, unserem Geist und der Haltung unseres Herzens, aus der unser Verhalten resultiert, eine viel größere Bedeutung bei (Lukas 16,15; Hebräer 4,12). Einmal fragten einige Pharisäer und Schriftgelehrte Jesus, warum seine Jünger sich vor dem Essen nicht die Hände wuschen (Matthäus 15,1–2). Das war nicht einfach nur eine Frage. Sie bezog sich nicht nur auf die persönliche Hygiene, sondern deutete an, dass die Jünger Jesu nicht geistlich genug seien, weil sie körperlich nicht rein genug seien. Jesus antwortete, dass das, was einen Menschen wirklich verunreinigt, nicht von außen kommt, sondern von innen, aus dem Herzen (Matthäus 15,18–20).
Es ist möglich, nach außen hin ein recht ordentliches Leben zu führen, während man das Innenleben vernachlässigt. Als Jesus die Pharisäer zurechtwies, sprach er davon, dass sie den Teilen des Gesetzes, die sich auf äußere Pflichten beziehen, wie zum Beispiel den Zehnten an Gott, Vorrang einräumten, während sie die wichtigeren Teile, die sich auf das Innenleben beziehen, wie Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Treue, vernachlässigten (Matthäus 23,23). Er sagte, dass sie die Becher äußerlich reinigten, sie aber innen voll aller möglichen Übel waren. Er ermahnte sie, zuerst ihr inneres Leben zu reinigen, damit auch das Äußere rein wird (Matthäus 23,25–26).
In dem Gleichnis vom verlorenen Sohn sehen wir das klassische Beispiel für jemanden, der äußerlich ein vorbildliches Leben führte, aber von Neid und Selbstgerechtigkeit zerfressen war. Der ältere Bruder konnte behaupten, niemals den Anweisungen seines Vaters ungehorsam gewesen zu sein, doch war er eifersüchtig und wütend über die Freude seines Vaters über die Rückkehr seines verlorenen Bruders. Er würde eines Tages den gesamten Besitz seines Vaters erben, doch er wurde eifersüchtig wegen eines Festmahls, mit dem die Heimkehr seines jüngeren Bruders gefeiert wurde. (Sieh Lukas 15,11–32.)
Die Heilige Schrift sagt uns, dass wir uns in Frömmigkeit üben sollen, weil sie sowohl für das gegenwärtige Leben als auch für das kommende Leben eine Verheißung birgt (1.Timotheus 4,7–8). Diese Frömmigkeit entspringt einer Grundlage wahrer Hingabe an Gott, die zu Fortschritten in unserem geistlichen Leben führt, wenn wir unser Herz nach Gottes Wort ausrichten und ein Leben führen, das ihm gefällt.
