Als Christen sind wir von Jesus beauftragt worden, das Evangelium zu verkünden und die gute Nachricht vom Reich Gottes mit anderen zu teilen. Nach der Auferstehung Jesu lautete seine letzte Weisung an seine Jünger: Darum geht und macht alle Völker zu Jüngern. Tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch aufgetragen habe” (Matthäus 28,19-20).

Die Apostelgeschichte berichtet anschaulich über das rasche Wachstum der Urgemeinde und die Ausbreitung des Evangeliums an vielen Orten, weil die ersten Anhänger Jesu treu die gute Nachricht weit und breit verkündeten. In Apostelgeschichte 8 lesen wir zum Beispiel die Geschichte von Jesu Jünger Philippus, der in die Stadt Samaria reiste und den Menschen „die gute Nachricht vom Reich Gottes und den Namen Jesu Christi” verkündete, was dazu führte, dass viele Menschen Christen wurden (Apostelgeschichte 8,5-12).

Als Christen ist jeder von uns dazu berufen, im Alltag Zeugnis abzulegen. Die Bibel lehrt uns, dass wir durch Christus mit Gott versöhnt wurden – und im Gegenzug haben wir den Versöhnungsdienst erhalten, um andere zum Glauben an Jesus zu führen. Jeder von uns ist dazu berufen, ein Botschafter Christi für das Reich Gottes zu sein: „So sind wir Botschafter von Christus, und Gott gebraucht uns, um durch uns zu sprechen. Wir bitten inständig, so, als würde Christus es persönlich tun: ‚Lasst euch mit Gott versöhnen!‘“ (2. Korinther 5,18-20).

Die Wahrheit des Evangeliums und die Liebe Gottes ist das, was die gesamte Menschheit am meisten braucht. Unabhängig von ethnischer Zugehörigkeit, sozialer Stellung, dem Glaubenssystem oder dem kulturellen Hintergrund, wurde jeder Mensch als Ebenbild Gottes geschaffen (1. Mose 1,27), und jeder wird mit Sorgen und Kummer, Sünde und Versagen, Schmerz und Todesangst konfrontiert. Der Hunger der Menschen nach Wahrheit, Sinn, Freude und Seelenfrieden ist von Gott geschaffen, da er damit alle Menschen zu sich ziehen will (Johannes 12,32).

Die Bibel sagt: „Er hat sogar die Ewigkeit in die Herzen der Menschen gelegt.“ (Prediger 3,11). Er hat jeder menschlichen Seele ein Bewusstsein dafür gegeben, dass es mehr gibt, als dieses irdische Leben, das unausweichlich vergehen wird. „Denn was ist euer Leben? Es gleicht doch dem Nebel am Morgen – schon nach kurzer Zeit ist er wieder verschwunden.” (Jakobus 4,14). Diese Erkenntnis veranlasst die Menschen, nach ewigen Wahrheiten zu suchen, die ihre tiefsten Fragen beantworten und ihnen helfen, inmitten der Herausforderungen und Sorgen dieses Lebens Sinn und Zweck zu finden.

Jesus sagte, er sei gekommen, „um Verlorene zu suchen und zu retten” (Lukas 19,10), und einmal ging er meilenweit in der Hitze des Tages, um eine fremde Frau an einem Brunnen zu erreichen. Diese Frau war so begeistert, durch diesen Fremden die Wahrheit zu erfahren, dass sie ihren Wasserkrug stehen ließ und in die Stadt ging und zu den Leuten sagte: „Kommt mit und lernt einen Mann kennen, der mir alles ins Gesicht gesagt hat, was ich jemals getan habe! Könnte das vielleicht der Christus sein?'” (Johannes 4,29). Daraufhin „glaubten viele der Samariter aus der Stadt aufgrund des Zeugnisses der Frau an ihn” (Johannes 4,39-42).

Der Apostel Paulus war ein großer Zeuge, und die Bibel berichtet von seiner persönlichen Bekehrungsgeschichte: „So ist es mir ergangen.“ (Sieh Apostelgeschichte 22,1-16.) Wenn du mit anderen über deinen Glauben sprichst, kann es hilfreich sein, dein persönliches Zeugnis darüber abzulegen, wie du zu Christus gekommen bist. Die meisten Menschen lieben eine Geschichte, und Lebensgeschichten sind oft ein wirksames Zeugnis. Wenn Menschen zugeben können, dass es möglich ist, dass dein Leben durch den Glauben verändert wurde, dann ist ein Senfkorn des Glaubens gepflanzt worden, dass auch ihr Leben verändert werden kann, und es besteht eine Chance, dass sie zum Glauben an Jesus kommen.

Verkünde also Christus und erzähle, wie er dein Leben verändert hat. Erzähle anderen, dass der wahre Gott ein guter Gott ist, der gütig und liebevoll ist und sich um seine Kinder sorgt, der den Krieg hasst und die Armut und Unterdrückung der Armen beklagt und sich danach sehnt, dass jedes Herz erlöst und zu ihm hingezogen wird. Erzähle den Menschen die Geschichte von Gottes Erlösungsplan, indem er seinen Sohn in die Welt sandte, damit wir durch sein Leben und seinen Tod am Kreuz sein Geschenk der Erlösung empfangen können (Johannes 3,16-17).

Jesus lehrte, dass Christen „das Licht der Welt” sind. Weiter sagte er, dass eine Stadt, die auf einem Berg liegt, nicht verborgen bleiben kann, und wenn jemand einen Leuchter hat, stellt er ihn nicht unter den Tisch, sondern auf einen Lampenständer, damit er das ganze Haus erleuchte (Matthäus 5,14-15). Wenn du Jesus als deinen Erlöser angenommen hast, sollst du „dein Licht vor anderen leuchten lassen, damit sie deine guten Werke sehen und deinen Vater im Himmel preisen” (Matthäus 5,16).

Wir fühlen uns vielleicht unzulänglich oder sind unsicher, wie wir unseren Glauben weitergeben können, aber Jesus hat versprochen, dass seine Nachfolger eine Salbung seiner Kraft erhalten werden, die ihnen helfen wird, seine Zeugen zu sein. „Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist über euch gekommen ist, und so meine Zeugen sein (Apostelgeschichte 1,8). Wenn wir unseren Teil dazu beitragen, Samen des Glaubens zu säen und Menschen auf das Wort Gottes hinzuweisen, können wir darauf vertrauen, dass Gottes Geist durch unser Zeugnis in den Herzen und Leben der Menschen wirkt.

Obwohl wir dazu berufen sind, Gottes Botschafter zu sein, die den Weg zum Heil weisen, kann nur das Wirken des Heiligen Geistes im Leben und im Herzen der Menschen dazu führen, sich zu entscheiden in Gottes Reich wiedergeboren zu werden (Johannes 3,3). Ob sich Menschen für den Glauben und die Aufnahme Christi entscheiden, ist die persönliche Entscheidung jedes Einzelnen. Unsere Aufgabe besteht lediglich darin, Gottes Wort weiterzugeben und es in empfängliche Herzen zu pflanzen.

Auch wenn wir selbst nicht immer die Ernte sehen oder die Auswirkungen, die unser Zeugnis auf das Leben eines Menschen hat, können doch auch viele andere Menschen eine Rolle auf dem Weg zum Glauben spielen. „Einer mag den Samen säen, ein anderer mag ihn gießen, aber es ist Gott, der die Saat wachsen lässt“ (1. Korinther 3,6-8). Jeder von uns ist dazu aufgerufen, seinen Teil dazu beizutragen, den Boden vorzubereiten, ihn mit unseren Gebeten aufzuweichen und den Samen des Wortes Gottes auszusäen. Es liegt dann an jedem Einzelnen, ihn zu empfangen, doch nur Gott kann dafür sorgen, dass er Wurzeln schlägt, wächst und Frucht bringt. (Sieh das Gleichnis vom Sämann in Lukas 8,4-15.)

Wichtig ist auch, dass du deinen Teil dazu beiträgst, im Laufe der Zeit so viel wie möglich über die Grundlagen deines Glaubens zu lernen und dein Wissen über die Bibel auszubauen, um dich „als guter Arbeiter zu bewähren, der das Wort der Wahrheit kompromisslos predigt. (2. Timotheus 2,15) Dadurch wirst du in der Lage sein, jegliche Fragen zu beantworten und die Heilige Schrift weiterzugeben. „Und wenn man euch nach eurer Hoffnung fragt, dann seid immer bereit, darüber Auskunft zu geben (1. Petrus 3,15).

Die Bibel lehrt, „Gott ist Liebe!” (1. Johannes 4,8) und „Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat” (Johannes 3,16). Als seine Botschafter sind wir dazu aufgerufen, seine Liebe mit anderen zu teilen, damit auch sie sie erfahren und ihn kennenlernen können. Wir können anderen im Laufe des Tages immer wieder seine Liebe widerspiegeln, und sei es nur mit einem aufmunternden Wort oder einem Akt der Freundlichkeit, Sympathie oder Fürsorge, damit sie Gottes Liebe erfahren können. Der heilige Augustinus (354-430 n. Chr.) schrieb einmal, dass die Liebe „Ohren hat, um die Seufzer und Sorgen der Menschen zu hören. Sie hat Hände, um anderen zu helfen. Sie hat Füße, um zu den Armen und Bedürftigen zu eilen.”

Jesus ist gekommen, „um den Armen die gute Botschaft zu verkünden … Gefangenen, dass sie freigelassen werden, Blinden, dass sie sehen werden, Unterdrückten, dass sie befreit werden (Lukas 4,18). Und er hat uns als Christen beauftragt, das Evangelium in der ganzen Welt zu verkünden (Markus 16,15). Gottes Geist wird dich zu den Menschen führen, die auf die Botschaft reagieren werden, sei es sofort oder in der Zukunft. Sein Geist wird dich dazu befähigen, anderen von ihm zu erzählen und seine Liebe mit ihnen zu teilen, denn „die Liebe Christi drängt uns” (2. Korinther 5,14).

Als Botschafter für Christus sind wir aufgerufen, Gottes Liebe mit allen Menschen zu teilen, unabhängig von ihrem sozioökonomischen Status, ihrer Weltanschauung oder ihrer Glaubensrichtung, ihrer Ethnie oder ihrem kulturellen Hintergrund. Möge jeder von uns seinen Teil dazu beitragen, die gute Nachricht des Evangeliums weiterzugeben und anderen das Licht und die Liebe Gottes zu zeigen, damit sie ihn kennenlernen und annehmen können. „Und das ist der Weg zum ewigen Leben: dich zu erkennen, den einzig wahren Gott, und Jesus Christus, den du in die Welt gesandt hast” (Johannes 17,3).