Als Christen werden wir angewiesen: „predigt das Evangelium aller Kreatur” und „geht und macht alle Völker zu Jüngern.” Doch ist das in der heutigen Welt oft leichter gesagt als getan, vor allem wenn das direkte Teilen unseres Glaubens entmutigt oder mitunter sogar gänzlich verboten ist.
Ich habe viele Jahre in Ländern gelebt, in denen es verboten war, das Evangelium offen zu verkünden, was zu einer Verhaftung oder Ausweisung führen konnte. Nach meinem Umzug in die USA sah ich mich mit anderen Herausforderungen konfrontiert, denn an vielen Orten, an denen ich arbeitete, war das Reden über Religion nicht erwünscht, wenn nicht gar missbilligt.
Indem ich mein Bestes gab, meinen Glauben durch Handlungen und positive Interaktionen zu leben, indem ich Beziehungen zu anderen aufbaute und christliche Werte, wenn es angebracht war, behutsam in Gespräche einbrachte und dabei auf die Einschränkungen achtete und das Umfeld respektierte, in dem ich mich befand, konnte ich doch viele erreichen.
Ob in einem restriktiven Umfeld oder nicht, hier sind einige Möglichkeiten, wie wir unseren Glauben mit anderen teilen können. Sie haben sich für mich in verschiedenen Situationen bewährt.
Ein positives Beispiel sein
Wenn wir christliche Werte durch unser Verhalten, unsere Freundlichkeit, unser Mitgefühl und unseren Dienst an anderen demonstrieren, können unsere Taten in Situationen, in denen das direkte Sprechen über Jesus entmutigt oder verboten sein könnte, lauter sprechen als Worte. Ich bin oft überrascht, wie ein wenig aufmerksame Freundlichkeit, zu sehr persönlichen Gesprächen über die Schwierigkeiten des Lebens führen können und darüber, wie der Glaube uns durch sie hindurchhelfen kann. In einer solchen Situation sagte jemand, mit dem ich gesprochen habe, hinterher: „Danke, dass Sie ein sanfter Christ sind, den wir leicht akzeptieren können.“
Aktiv zuhören
Du magst überrascht sein, wie viele Menschen ein offenes Ohr brauchen und was für einen Unterschied es machen kann, ihnen aufmerksam zuzuhören. Ich habe derzeit eine Freundin, die eine schwierige Zeit durchmacht. Sie kommt oft unangekündigt vorbei, für eine Tasse Tee und ein wenig Zeit zum Reden. Indem wir zuhören und die Sichtweisen und Sorgen anderer verstehen, können wir einen sicheren Raum für offene Gespräche über Gottes Liebe und Fürsorge schaffen, ohne dass wir unsere Überzeugungen zu sehr in den Vordergrund stellen.
Unsere persönliche Geschichte teilen
Als Vollzeitbetreuerin eines autistischen jungen Erwachsenen werde ich oft gefragt, wie ich das mache. Wie finde ich die Kraft und die Positivität, um weiterzumachen, besonders an schwierigen Tagen? Wenn es angebracht ist, binde ich meinen Glaubensweg behutsam in das Gespräch ein; ohne ausdrücklich zu predigen, hebe ich hervor, wie sich mein christlicher Glaube positiv auf mein Leben ausgewirkt hat. Wenn ich von meinen Kämpfen und Unzulänglichkeiten erzähle und davon, wie Gebet und Glaube mir geholfen haben, ermutigt das oft andere, ihre Nöte zu erkennen und um Gebet zu bitten.
Nachdenkliche Fragen stellen
Gespräche, die zum Nachdenken über tiefere Lebensfragen anregen, können auch Türen für mögliche Diskussionen über den Glauben öffnen. Das geschah vor kurzem, als ich eine ältere Freundin in einem Pflegeheim besuchte, die dieses Jahr 90 Jahre alt wird. Sie fragte sich, ob sie ihren 90. Geburtstag noch erleben würde. Ich fragte sie, wie sie sich dabei fühle. Sie vertraute mir an, dass sie sich fragt, ob sie gut genug gelebt hat, um es in den Himmel zu schaffen. Daraus entwickelte sich ein schönes Gespräch über das Leben nach dem Tod und darüber, dass der Weg in den Himmel nicht von unseren Werken abhängt, sondern allein von Gottes Gnade und dem Glauben an Jesus.
Unterstützung und Ermutigung anbieten
Praktische Hilfe anzubieten und christliche Fürsorge am Arbeitsplatz zu zeigen, kann eine große Wirkung haben. Als ich in einer Schule mit Sonderschülern arbeitete, hatte eine Lehrerin Mühe, mit der großen Anzahl von Schülern und dem damit verbundenen korrigieren der Aufgaben Schritt zu halten. Ich kaufte eine süße Leckerei und eine Karte für sie. In der Karte drückte ich meine Bewunderung für alles aus, was sie tut. Ich bot ihr auch an, ihr bei der Benotung zu helfen, um ihr die Arbeit zu erleichtern, und sagte ihr, dass ich für sie beten würde. Später dankte sie mir unter Tränen für das kleine Geschenk und vor allem für das Gebet für sie.
Indem wir Liebe, Mitgefühl und echte Fürsorge in unseren Interaktionen in den Vordergrund stellen, lassen wir Gottes Licht durch uns leuchten, oft stärker, als Worte es je vermitteln könnten. Wenn wir authentische Beziehungen aufbauen, sensibel für den Kontext bleiben und anderen mit Verständnis begegnen, schaffen wir Möglichkeiten für Gott, auf eine Art und Weise durch uns zu wirken, die wir vielleicht nicht einmal erkennen. Wenn wir immer bereit sind, die Hoffnung, die wir in uns tragen, mit anderen zu teilen – behutsam, respektvoll und mit einem Herzen voller Gnade (1. Petrus 3,15) – werden wir Gottes Liebe widerspiegeln und Samen des Glaubens säen, die zu seiner perfekten Zeit wachsen können.
Wenn du den Vater und seine Liebe noch nicht kennengelernt hast, indem du Jesus aufnimmst, kannst du das tun, mit folgendem Gebet:
Lieber Jesus, ich glaube, dass du der Sohn Gottes bist und dass du für mich am Kreuz gestorben bist, damit ich durch dein Opfer für immer mit dir im Himmel leben kann. Ich bitte Dich, mir meine Sünden zu vergeben. Ich öffne die Tür meines Herzens für Dich. Bitte erfülle mich mit Deinem Heiligen Geist und hilf mir, so zu leben, dass ich Dich verherrliche. Leite mein Leben und hilf mir, Dir zu folgen. In Deinem Namen bitte ich Dich. Amen.
