Als junge Erwachsene geriet ich jedes Mal unter Stress, wenn mir ein Hindernis oder Rückschlag begegnete, besonders dann, wenn es um größere Probleme ging. Mein Mann war dabei stets der Optimist und erinnerte mich oft an das berühmte Zitat von Mark Twain, das sinngemäß lautet: „Ich habe in meinem Leben schon viele Sorgen gehabt – doch die meisten davon sind nie eingetreten!“

Vor einiger Zeit erhielt ich durch den Verkauf des Grundstücks meiner Eltern eine größere Geldsumme. Sie hätte gereicht, um ein kleines Haus zu kaufen. Doch nachdem ich zwei Monate lang gesucht hatte, fand ich in der Gegend nichts, was für diesen Preis wirklich zu mir passte. Ermutigt von meinem ältesten Sohn entschied ich mich schließlich, ein Grundstück zu kaufen und mir ein Haus nach meinen Wünschen zu bauen. Nicht lange danach entdeckte ich an einem Freitag ein schönes Grundstück und vereinbarte mit dem Besitzer, den Kauf am Montag abzuschließen.

Leider rief er mich am Sonntag an und teilte mir mit, dass das Grundstück bereits verkauft worden sei. Er entschuldigte sich und erklärte, er habe das Grundstück auch über ein Maklerbüro angeboten. Monate lang habe es kein Interesse gegeben, doch ausgerechnet an diesem Samstag sei es verkauft worden. Ich war sehr enttäuscht, hielt aber weiter am Vertrauen auf den Herrn fest. Eine Woche später meldete er sich erneut: Jemand, der ein ähnliches Grundstück am Ende der Straße kaufen wollte, war abgesprungen, und ich könne dieses Grundstück zum gleichen Preis erwerben wie das erste.

Ich kaufte das Land und lebe heute glücklich in dem Haus, das ich dort gebaut habe. Doch die Geschichte endet hier noch nicht. Es stellte sich heraus, dass das ursprünglich geplante Grundstück direkt an ein großes Anwesen grenzte, das später für nächtelange Partys vermietet wurde. Die Familie, die dieses Grundstück gekauft hatte, war schließlich gezwungen wegzuziehen und es mit Verlust zu verkaufen. Was sich für mich zunächst wie eine schlechte Nachricht angefühlt hatte, entpuppte sich im Rückblick als Gottes verborgene Fürsorge.

Wenn ich darüber nachdenke, kommt mir das Leben wie ein Eisenbahngleis vor. Ein Zug braucht beide Schienenstränge, um fahren zu können. Die eine steht für die glücklichen Momente und die leichten Zeiten, die andere für die Schwierigkeiten und den Kummer, durch die wir wachsen und reifen. Beide sind notwendig, damit es weitergeht und wir unser Ziel erreichen. Der Zug fährt durch Täler und über Berge, über Brücken und durch Tunnel, durch Wüsten und Oasen, bis er schließlich ankommt.

Voranzuschreiten ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit. Manchmal sehen wir den Weg vor uns nicht klar und müssen darauf vertrauen, dass der Herr uns führt. Doch die Reise lohnt sich.