Freude (Joy) ist buchstäblich mein zweiter Vorname.
Um ehrlich zu sein, bin ich die meiste Zeit nicht das, was man als ein gutes Beispiel für Freude bezeichnen würde. Es ist nicht so, dass ich mürrisch oder ein unglücklicher Mensch bin; nur, dass ich es oft nicht schaffe, fröhlich und positiv zu sein. Ich kann selbstsüchtig und egozentrisch sein. Das ist eine Schwäche des Menschseins, aber das darf keine Entschuldigung sein.
Es gibt jemanden, der es meiner Meinung nach verdient, als Beispiel für Freude geehrt zu werden, und das ist mein Bruder Timmy. Er hat das Down-Syndrom und wir haben ihn immer als den Star unserer Familie bezeichnet. Er hat eine so einfache Sicht auf die Welt, eine reine und rosige Art, alles zu betrachten.
Und was ist er doch fröhlich! Wenn ich einen Witz erzähle, lacht er, als hätte ich die größte Komödien-Nummer hingelegt. Wenn er etwas macht, das wir lustig finden, verdoppelt er es und macht es immer wieder, weil er es liebt, uns zum Lachen zu bringen. Wenn wir Sport treiben, feiert er alles mit der ganzen Mannschaft, was es zu feiern gibt, und er bekommt von jedem einzelnen Spieler ein High-Five.
Natürlich gibt es Ausnahmen; er hasst es z. B. mit dem Wecker aufgeweckt zu werden. (Tun wir das nicht alle!) Manchmal hat er schlechte Laune. Aber ich habe wirklich noch nie erlebt, dass er einen schlechten Tag hatte. Er ist einfach unschlagbar.
Und die Sache mit der Freude – und insbesondere mit der Freude von Jesus – ist, dass sie unheimlich ansteckend ist. Ich habe schon unzählige Male erlebt, wie Timmy die ernsthaftesten Gesichter in fröhlich lachende Gesichter verwandelt hat. Wenn wir in den Armenvierteln Lebensmittel verteilen, umarmt er die Menschen, die in der Schlange stehen, tanzt mit ihnen und singt manchmal sogar. Er hat keine Angst und macht sich keine Gedanken über die Meinung anderer, er ist einfach freundlich, süß und fröhlich und das verändert die Menschen. Sie lieben es! Auch sie werden fröhlich.
Auch wenn Joy mein zweiter Vorname ist, zeigt mir mein Bruder Timmy, wie es aussieht, wenn man als Freude bekannt ist. Ich möchte so sein wie er.
