Wie würde die perfekte Nachbarschaft oder Stadt aussehen? Vielleicht gäbe es dort Villen entlang der Straßen und Parks an jeder Ecke. Es gäbe keine Staus, viele schöne Restaurants und ein ideales Klima. Jeder hätte reichlich Geld. Es gäbe unbegrenzte Gesundheitsleistungen, oder besser noch, niemand würde jemals krank werden.
Stell dir nun diesen perfekten Ort vor, aber mit Menschen, die gemein sind. Sie lügen, betrügen und stehlen. Sie werden schnell wütend und auch gewalttätig. Sie beschweren sich ständig. Plötzlich ist die perfekte Nachbarschaft oder Stadt gar nicht mehr so perfekt – nicht, weil es an materiellen Dingen mangelt, sondern weil die Menschen, die dort leben, alles zerstören.
Die Pharisäer waren auf der Suche nach ihrer „idealen Welt“. Sie nannten sie „das Reich Gottes“, und für sie bedeutete dies den Sturz des Römischen Reiches, die Verwandlung Israels in eine mächtige Nation und eine Ausweitung ihrer Macht und Autorität. Als Jesus auftauchte, fragten sie ihn, wann Gottes Reich kommen würde, und Jesus zu ihrem Unmut sagte ihnen, dass Gottes Reich nicht etwas sei, was sie mit ihren Augen sehen könnten, oder ein Ort, den man sichtbar erkennen könne; vielmehr sagte er: „Gottes Reich ist in euch.“ (Sieh Lukas 17,20–21.)
Jesus kam nicht, um eine „bessere Welt“ zu schaffen. Vielmehr konzentrierte er sich darauf, die Menschen durch geistliche Wiedergeburt und Verwandlung zu besseren Menschen zu machen. Er zeigte uns, wie sehr Gott uns liebt. Er lehrte uns, wie wir Gott und andere lieben sollen. Er brachte uns in die richtige Beziehung zu Gott, indem er den höchsten Preis bezahlte, für alle Sünden, die wir begangen haben und jemals begehen werden. Als seine Jünger hinausgingen, um sein Reich weiterzutragen, nahmen sie die Haltung von Dienern ein, genau wie Jesus, und konzentrierten sich auf die ewigen Seelen der Menschen, indem sie sie ermutigten, wie Paulus es ausdrückte, „Lasst euch mit Gott versöhnen!“ (2. Korinther 5,20).
Letztendlich herrscht Gottes Reich dort, wo Gläubige in Harmonie mit Gott und anderen leben. Die Bewohner des Reiches mögen in schönen Häusern oder in einem Slum leben. Ledig oder verheiratet, jung oder alt, gesund oder krank sein. Und doch gehören sie alle zu diesem Reich, und Gott wohnt bei ihnen und erfüllt sie mit seiner Gegenwart. Mehr noch: Seine Gegenwart strahlt durch sie in die Welt hinaus, jedes Mal, wenn ein Mitglied seines Reiches ein Lächeln oder ein freundliches Wort verschenkt, jemandem in Not hilft oder die Wahrheit von Gottes Wort und seine Liebe mit anderen teilt.
Möge es uns jeden Tag aufs neue Freude machen, in einem Reich zu leben und es zu verbreiten.
