Vergebung ist nie einfach, aber oft fällt es uns am schwersten, uns selbst zu vergeben. Es fällt nicht schwer, sich an all die Momente zu erinnern, in denen wir Fehler gemacht und uns selbst und andere enttäuscht haben. Schließlich kennt niemand die Details besser als wir selbst.
Das Erste, was wir erkennen müssen, ist, dass wir zwar einen Fehler gemacht haben, dieser Fehler aber nicht unser Wesen ausmacht. Er mag in gewisser Weise den Weg unseres Lebens geprägt haben, aber Gott hat versprochen, dass „für die, die Gott lieben alles zum Guten zusammenwirkt“ (Römer 8,28). Er kann sogar unsere Fehler zum Guten wenden, wenn wir ihn lassen!
Wenn wir in der Vergangenheit leben, können wir uns nicht auf eine bessere Zukunft hinbewegen. Reue und Selbstverachtung sind wie Ketten, die uns festhalten und uns daran hindern, vorwärts zu gehen und Gottes Wirken in unserem Leben zu erkennen.
Gott verurteilt uns nicht für unsere Fehler, wenn wir aufrichtig Buße tun, darum sollten wir uns auch nicht selbst verurteilen. „So fern der Osten vom Westen ist, hat er unsere Verfehlungen von uns entfernt“ (Psalm 103,12). „Wer mit Christus lebt, wird ein neuer Mensch. Er ist nicht mehr derselbe, denn sein altes Leben ist vorbei. Neues ist geworden!“ (2. Korinther 5,17)
Das erinnert mich an eine meiner Lieblingsgeschichten aus dem Johannesevangelium, Kapitel 8. Die Pharisäer brachten eine Ehebrecherin zu Jesus, um zu sehen, ob er sie gemäß den Gesetzen Moses verurteilen würde, die besagten, dass sie gesteinigt werden sollte. Die Antwort, die Jesus gab, traf sie ins Herz: „Wer von euch ohne Sünde ist, der soll den ersten Stein auf sie werfen!“ Die Menschen gingen einer nach dem anderen weg, angefangen von den Ältesten in der Menge. Als alle gegangen waren, fragte Jesus: „Wo sind sie? Hat dich keiner von ihnen verurteilt?“ Sie antwortete: „Niemand, Herr.“ Und Jesus antwortete ihr mit Worten, die meinem Herzen Hoffnung geben: „Dann verurteile ich dich auch nicht. Geh und sündige nicht mehr.“ (Sieh Johannes 8,3–11)
Wenn du versucht bist, dich selbst zu verurteilen, denke an die Worte Christi: „Auch ich verurteile dich nicht.“ In der Bibel steht: „Seine Gnade währt ewig“ (Psalm 100,5). Lass seine Gnade dich umspülen und dich von deiner Schuld, deiner Reue und deinem Selbsthass reinigen. „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt“ (Johannes 3,16). Mit der Welt liebt er auch dich persönlich, so unvollkommen du auch sein magst, und er möchte, dass du ein sinnvolles Leben voller Freude in ihm führst.
