Seit einigen Jahren habe ich mit einem chronischen Rückenproblem zu kämpfen. Einer der Hauptgründe dafür waren schlechte Haltungsgewohnheiten. Ich hatte mir angewöhnt, beim Bücken die Knie durchzustrecken und den Rücken zu krümmen – dabei hätte ich es genau andersherum machen sollen: den Rücken gerade halten und die Knie beugen. In letzter Zeit habe ich bewusst daran gearbeitet, mir die richtige Haltung anzutrainieren. Das hat mir sehr geholfen und meinen Rücken deutlich gestärkt. Diese Erfahrung hat mich an mein geistliches Training erinnert.
Die Bibel sagt uns, dass wir neue Menschen werden, wenn wir Jesus in unser Herz aufnehmen. „Das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden“ (2.Korinther 5,17). Doch die Erlösung bedeutet nicht automatisch, dass unsere Neigung zur Sünde sofort verschwindet. In unserem alten Leben haben wir Gewohnheiten und Muster der Sündhaftigkeit entwickelt, die wir oft in unser neues Leben mitnehmen. Deshalb brauchen wir ein Herzenstraining in eine neue Richtung, hin zur Gottesfurcht (1.Timotheus 4,7–8). Wir sollen die Gewohnheiten des alten Menschen ablegen und die des neuen Menschen anziehen, der nach Gottes Bild geschaffen ist (Epheser 4,22–24).
In seinem Segensgebet für die Gemeinde in Thessalonich bat der Apostel Paulus, dass Gott sie durch und durch heilige und dass ihr Geist, ihre Seele und ihr Leib bei der Wiederkunft von Jesus Christus unversehrt bewahrt würden (1.Thessalonicher 5,23). Ähnlich, wie die Stiftshütte im Alten Testament aus drei Bereichen bestand – dem Allerheiligsten, dem Heiligen und dem Vorhof – können wir auch den Menschen in drei Bereiche sehen: Geist, Seele und Leib. Unser Geist entspricht dabei dem Allerheiligsten, dem innersten Raum; unsere Seele und unser Denken dem Heiligen; und unser Körper dem Vorhof. Wenn wir neu geboren werden, werden wir in unserem Geist nach dem Bild Gottes neu geschaffen. Doch unsere Seele und unser Denken müssen erneuert werden, damit sich Gottes Wesen auch in unserem äußeren Leben zeigt (Römer 12,2).
Als Gläubige sollen wir im Bewusstsein unserer neuen Identität in Jesus leben. In ihm sind wir zur Gerechtigkeit Gottes geworden (2. Korinther 5,21). Der Heilige Geist wirkt in uns, während wir alte Gewohnheiten loslassen und neue formen. „Ich bin ganz sicher, dass Gott, der sein gutes Werk in euch angefangen hat, damit weitermachen und es vollenden wird bis zu dem Tag, an dem Christus Jesus wiederkommt“ (Philipper 1,6). Und weiter heißt es: „Denn Gott ist es, der in euch sowohl das Wollen als auch das Wirken veranlasst nach seinem guten Plan“ (Philipper 2,13).
