An einem Sonntagmorgen machten wir uns wieder bereit, um zu unserem wöchentlichen Kindergottesdienst aufzubrechen, den wir in einem sehr armen und benachteiligten Stadtteil am Rande unserer Stadt veranstalten.
Während wir unsere Sachen ins Auto packten, sagte mein Bruder: „Ich habe ein ungutes Gefühl, heute zu fahren.“
Wir waren überrascht. Es war untypisch für ihn, zu Hause bleiben zu wollen.
„Fühlst du dich krank?“
„Nein, ich meine, ich habe einfach kein gutes Gefühl, heute dorthin zu gehen. Irgendwas stimmt nicht.“
Da erinnerte ich mich: „Seltsam … Ich hatte letzte Nacht einen Traum, dass wir in der Kindersonntagsschule waren und etwas Schreckliches passiert ist.“
Wir beteten darüber und spürten, dass der Herr uns dazu führte, in dieser Woche nicht zur Kindersonntagsschule zu gehen. Enttäuscht, aber mit innerem Frieden, packten wir das Auto wieder aus und blieben zu Hause.
Als wir in der folgenden Woche vor dem Gebäude vorfuhren, in dem wir die Sonntagsschule abhalten, sahen wir sofort die unverkennbaren Zeichen von Ausschreitungen – schwarze Brandspuren von verbrannten Reifen, überall zerbrochenes Glas und Stacheldraht. Ein grimmig dreinblickender bewaffneter Wachmann schlenderte vorbei, einen Molotowcocktail lässig zwischen den Fingern.
Wir haben schnell die Kinder zusammengetrommelt und sind in das Gelände zur Sonntagsschule gegangen. Wir fragten einen der älteren Jungen, was los ist. Mit großen Augen sagte er: „Leute wollten dort Häuser bauen, aber das ist ihnen nicht erlaubt, deshalb gab es letzten Sonntag Ausschreitungen. Die Regierung musste die Sicherheitskräfte rufen, um alles unter Kontrolle zu bringen.“ Keines der Kinder durfte sich während der Ausschreitungen in die Nähe begeben, und glücklicherweise waren alle in Sicherheit.
Wir waren so dankbar, dass wir der Führung des Herrn gefolgt waren. Es liegt so viel Frieden darin, dem Herrn zu folgen und sein Bestes zu geben, um dorthin zu gehen, wohin er einen führt. Er sorgt gut für uns; das hat sich mir schon oft bewiesen. Aber ich könnte gar nicht alle Wege aufzählen, auf denen der Herr mich beschützt hat, denn wahrscheinlich kenne ich nicht einmal die Hälfte davon! Mein Vater sang immer ein Lied, in dem es heißt:
Nur Gott weiß, wie oft mein Leben allein heute schon in Gefahr war.
Ein rücksichtsloses Auto blieb ohne Sprit – bevor es mich erreichte.
Beinahe‑Unfälle rings um mich, Gefahren unbekannt,
und mit menschlichen Augen sehe ich nie die Hände, die mich heimwärts führen.
Wir dürfen den wunderbaren Schutz des Herrn niemals als selbstverständlich betrachten. Wir werden vielleicht nie erfahren, was er alles tut, um uns zu beschützen, aber wir wissen, dass wir in Seinen Händen sind, und das ist die beste Sicherheit der Welt.
