Ich wartete darauf, dass mich ein Freund abholt, und verbrachte die Zeit in einem ruhigen Restaurant. Dort sah ich an einer Glasscheibe eine Biene, die verzweifelt versuchte, aus ihrem durchsichtigen Gefängnis zu entkommen. Immer wieder flog sie an der Scheibe nach oben, bis sie völlig erschöpft zurückfiel, nur um den gleichen Versuch erneut zu starten. Das Merkwürdige daran war, dass sich nur wenige Zentimeter rechts von ihr eine offene Tür befand. Sie sah sie einfach nicht. Vielleicht kam sie nie auf die Idee, nicht nach oben, sondern waagrecht zu fliegen, um hinauszugelangen. Aus ihrer Perspektive wirkte die Welt draußen und die Freiheit so nah und doch unerreichbar.

Erst nach etwa zehn Minuten hektischen Fliegens und Fallens gelang der Biene schließlich die Flucht. Wie hat sie das geschafft? Die Angst trieb sie dazu. Jemand von draußen stieß gegen die Scheibe, und die Biene fühlte sich bedroht. Sie wusste nicht, dass das Glas sie von ihrem vermeintlichen Feind trennte. Im Versuch, ihrem vermeintlichen Fressfeind auszuweichen, brach sie aus ihrer Routine aus, startete durch und flog durch die Tür hinaus.

Hast du dich jemals wie diese Biene gefühlt? Als wärst du in einer Routine gefangen, aus der du nicht entkommen kannst? Als erschiene die Lösung, nach der du suchst, so einfach – und doch so unerreichbar?

Manchmal mag Gott Situationen in unserem Leben zulassen oder uns senden, die wie große Probleme oder Hindernisse erscheinen; doch vielleicht schließt er eine Tür, um uns durch eine andere zu führen, die uns auf den richtigen Weg bringt.