Als begeisterter Gärtner weiß ich, wie wichtig Wurzeln für Pflanzen sind. Wenn ich einen Steckling nehme und ihn direkt in die Erde stecke, sprießt er selten; meistens verdorrt er schnell. Aber wenn ich den Steckling in Wasser stelle, bilden sich innerhalb weniger Tage Wurzeln am Stiel. Wenn ich den Steckling dann in die Erde pflanze, wächst er an und gedeiht. Wurzeln entscheiden über Leben und Tod.
Die Bibel spricht mit verschiedenen Analogien über Wurzeln. Nachdem wir Jesus als unseren Retter angenommen haben, sollen wir in ihm verwurzelt und gegründet bleiben und im Glauben gefestigt sein (Kolosser 2,6–7). In Jesus verwurzelt zu bleiben bedeutet, in seinem Wort zu bleiben, denn Jesus ist das Wort (Johannes 1,1). Jemand, der sich an Gottes Wort erfreut, wird mit einem Baum verglichen, der an Wasserbächen wächst, dessen Wurzeln in fruchtbarer Erde sind und der zu seiner Zeit Frucht bringt (Psalm 1,2–3). Gute Frucht zu bringen bedeutet sowohl, einen gottgefälligen Charakter in unserem Leben zu zeigen (Galater 5,22–23), als auch andere zu Jesus zu bringen (Sprüche 11,30).
Im Gleichnis vom Sämann spricht Jesus von Samen, die auf felsigen Boden fielen und schnell aufgingen, weil die Erde dort nicht tief war. Aber als die Sonne aufging, vertrockneten sie und verdorrten, weil sie keine Wurzeln hatten. Der flache Boden symbolisiert die Herzen derer, die das Wort Gottes nicht in ihrem Leben Wurzeln schlagen lassen und deshalb in Zeiten der Prüfung abfallen. Guter Boden steht für die Herzen der Gläubigen, die Gottes Wort annehmen und es in ihrem Leben Wurzeln schlagen lassen. Sie bringen reichlich Frucht zur Ehre Gottes hervor (Matthäus 13,3–8, 18–23).
Der beste Weg, eine Pflanze vollständig aus dem Boden zu entfernen, ist, sie mit den Wurzeln heraus zu graben. Im Gleichnis vom Unkraut erzählt Jesus von einem Bauern, der guten Samen auf seinen Acker säte. Aber ein Feind kam und säte weizenähnliches Unkraut unter den Weizen. Später, als die Pflanzen wuchsen, zeigte sich auch das Unkraut. Im Wachstum sehen Weizen und Unkraut sehr ähnlich aus. Deshalb beschloss der Bauer, beides wachsen zu lassen, bis zur Ernte, wenn es leicht zu trennen sein würde.
Jesus erklärt das Gleichnis damit, dass er seine Kinder auf den Acker der Welt gepflanzt hat. Der Teufel hat auch seine Kinder unter sie gepflanzt. Zur Zeit der Ernte – der Wiederkunft Jesu am Ende der Zeit – wird er seinen Engeln befehlen, alle Übeltäter aus der Welt auszureißen. Dann werden Gottes Kinder hell leuchten im Reich ihres Vaters (Matthäus 13,24–30, 37–43).
Mögen wir alle in unserem Teil des Feldes der Welt, in den Gott uns gepflanzt hat, Frucht bringen.
