Kürzlich fiel mir ein Lied ein, das ich als Kind oft gesungen habe: „Today, Not Tomorrow” (Heute, nicht morgen). Es ist eine gut geschriebene Geschichte über einen Mann mit den besten Absichten. Sie beginnt so:

Er wollte alles sein, was ein Sterblicher sein kann,

Morgen.

Niemand würde freundlicher oder mutiger sein als er,

Morgen.

Die Geschichte geht weiter und erzählt von all den großartigen und erstaunlichen Taten, die er morgen vollbringen wollte. Ein kranker Freund, der Hilfe brauchte, die armen Menschen in seiner Stadt, Briefe, die geschrieben werden müssten, Veränderungen, die vorgenommen werden müssten – jedes Mal fand er eine Ausrede, um es auf morgen zu verschieben.

Es ist echt bedauerlich, gab er zu, aber er hat heute viel zu tun

und keine Minute Zeit, um unterwegs anzuhalten.

Er würde anderen mehr Zeit widmen, sagte er,

Morgen.

Dann, nachdem er seine Zeit verschwendet hatte, starb er, wie wir alle eines Tages sterben werden, und alles, was von seinem Leben blieb, war der Berg von Dingen, die er morgen tun wollte. Dieser Mann hätte etwas bewegen können, wenn er jemals den Wunsch gehabt hätte, auch nur ein paar der großartigen Dinge zu tun, die er für morgen geplant hatte.

Das Lied nimmt dann diese Wendung:

Morgen kommt nie,

denn wenn es da ist, ist es heute.

Wie wahr. Die von uns, die auf eine bessere Chance, eine bessere Gelegenheit oder einen weniger stressigen Moment warten, um jemandem zu helfen, werden vielleicht nie dazu kommen, die sinnvollen Taten zu vollbringen, die wir uns vorgenommen haben.

Die letzten Zeilen des Liedes sind berührend schön:

Verschieb nicht auf morgen, was du heute tun kannst

um jemandem das Leben ein bisschen leichter zu machen.

So viele brauchen deine Liebe, und hey,

sie brauchen sie heute,

nicht morgen. 1

Wenn wir nur die Dinge der Gegenwart schätzen, nehmen wir uns vielleicht nie die Zeit, in die Dinge der Zukunft zu investieren. Leider sind die Dinge mit ewigem Wert oft diejenigen, die wir auf die Liste „für morgen” setzen. Das Leben scheint so drängend, und Arbeit, Gesellschaft, Familie und Verpflichtungen überfluten unsere Sinne und beschäftigen uns mit Dingen, die oft nicht von Dauer sind.

Durch das Lesen der Bibel und das Wachsen in unserer Beziehung zu Jesus können wir ein gutes Gespür dafür entwickeln, was unsere himmlischen Prioritäten sind. Sobald wir das entdeckt haben, liegt es an uns, unsere Zeit dafür zu investieren – heute, nicht morgen!


  1. Der Liedtext basiert auf dem Gedicht „Tomorrow” von Edgar A. Guest (1881–1959)