„Freut euch im Herrn. Ich betone es noch einmal: Freut euch! Lasst alle sehen, dass ihr herzlich und freundlich seid. Denkt daran, der Herr ist nahe. Sorgt euch um nichts, sondern bringt in jeder Lage mit Gebet und Flehen und voller Dankbarkeit eure Anliegen vor Gott. Sagt Gott, was ihr braucht, und dankt ihm. Ihr werdet Gottes Frieden erfahren, der größer ist, als unser menschlicher Verstand es je begreifen kann. Sein Friede wird eure Herzen und Gedanken im Glauben an Jesus Christus bewahren.
Und nun, liebe Freunde [Brüder und Schwestern]: Konzentriert euch auf das, was wahr und anständig und gerecht ist. Denkt über das nach, was rein und liebenswert und bewunderungswürdig ist, über Dinge, die Auszeichnung und Lob verdienen“ (Philipper 4,4–8).
Diese Aufforderung des Paulus ist nicht leicht umzusetzen. Dennoch steht sie im Mittelpunkt unseres christlichen Glaubens. Ein Leben in der Nachfolge Jesu ist ein Leben, das Frieden und Freude kennt. Gleichzeitig macht Vers 8 deutlich, dass wir bewusst darauf achten müssen, womit wir unsere Gedanken beschäftigen. Denn unsere Gedanken sollen auf das ausgerichtet sein, was diese Freude und diesen Frieden wachsen lässt.
Von Natur aus richten wir unseren Blick nicht automatisch auf das, was wahr, ehrbar, gerecht, rein, liebenswert und bewundernswert ist. Klatsch und Skandale ziehen uns oft an. Geschichten, in denen wir selbst die Helden oder die Opfer sind, sprechen unser Herz leicht an. Und wir halten gern an der Illusion fest, alles unter Kontrolle zu haben.
Manchmal entsteht der Eindruck, Christen müssten ständig positiv sein, immer fröhlich und immer gut gelaunt. In unserer heutigen Kultur wird das jedoch oft mit Unechtheit gleichgesetzt. So zu tun, als gäbe es nichts Böses oder Negatives und nur die schönen Seiten des Lebens zu sehen, ist aber nicht das, wovon Paulus spricht. Er fordert keine oberflächliche oder erzwungene Positivität.
Er sagt: Freut euch im Herrn. Ja, die Welt ist voller Unordnung, aber Gott regiert! Ja, wir erleben Schmerz, doch Gott bleibt treu! Ja, wir kennen Angst und Sorgen, aber unsere Hoffnung ruht im Herrn! Diese Freude und dieser Friede sind nur deshalb möglich, weil wir unseren Blick auf Gott richten, auf sein Wesen und auf das, was Jesus durch seinen Tod am Kreuz für uns vollbracht hat.
Die Fähigkeit, unseren Blick auf das Gute, Wahre und Gerechte zu richten, wächst daraus, dass wir Gott immer besser kennenlernen und ihm den größten Platz in unserem Herzen und unseren Gedanken geben. Stell dir vor, du stehst an einem sonnigen Tag auf einem weiten, offenen Feld. Es fällt dir ganz leicht, deinen Blick auf die Sonne zu richten. Du spürst ihre Wärme, siehst ihr Licht, und nichts versperrt dir die Sicht.
Genauso ist Gott größer als all deine Probleme und sogar größer als die Nöte dieser Welt. Deshalb können wir uns im Herrn freuen, denn wir wissen: Er wird alles erfüllen, was er verheißen hat.
