Mein Mann und ich nähern uns unserem goldenen Hochzeitstag – 50 gemeinsame Jahre. Ich frage mich, ob wir füreinander geschaffen sind oder ob wir uns im Laufe der Zeit aneinander angepasst haben. Ich denke, es ist ein bisschen von beidem. In den ersten Jahren war unsere Beziehung etwas holprig. Wir unterschieden uns sowohl in unserer Herkunft als auch in unserer Persönlichkeit. Er war ein temperamentvoller, Don Quijote-ähnlicher Lateinamerikaner, und ich war eine eher ruhige, praktische, sachliche Nordamerikanerin. Dennoch glaube ich, dass wir „füreinander geschaffen“ sind, da sich unsere Begabungen ergänzen. Er denkt sich die außergewöhnlichsten Aktivitäten aus, und ich stehe hinter ihm, organisiere die Veranstaltungen und setze die Ideen in die Tat um. Letztendlich glaube ich also, dass wir ein gutes Team und beste Freunde sind.
Was war ausschlaggebend dafür, dass unsere Ehe funktioniert hat? Ich glaube, dass unser Glaube dabei die wichtigste Rolle gespielt hat. Die Hingabe meines Mannes an den Herrn war es, die mich von Anfang an am meisten an ihm fasziniert hat. Wir haben ein gemeinsames Ziel: Gott von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt zu lieben und unseren Mitmenschen zu helfen (Matthäus 22,37–40).
Je mehr wir im Glauben gewachsen sind, umso mehr sind wir auch als Paar zusammengewachsen. Durch die Bibel haben wir grundlegende Prinzipien wie Demut, Vergebung und gegenseitigen Respekt gelernt. Eine unserer ersten und wertvollsten Lektionen war beispielsweise, „die Sonne nicht über unserem Zorn untergehen zu lassen“ (Epheser 4,26). Wir haben früh erkannt, dass wir kleine Streitigkeiten nicht zu großen Problemen werden lassen dürfen. Vielleicht können wir in der Hitze des Gefechts nicht über einen Konflikt sprechen, aber wir vertrauen einander genug, um zu wissen, dass wir die Dinge klären können.
Wir haben auch gelernt, dass guter Humor wie Medizin ist (Sprüche 17,22), um Verletzungen zu lindern und uns vor Überreaktionen zu bewahren. Wie Harold Nicolson sagte: „Das große Geheimnis einer erfolgreichen Ehe besteht darin, alle Katastrophen als Zwischenfälle zu betrachten und keine der Zwischenfälle als Katastrophe.“ Das Sprichwort „Eine sanfte Antwort wendet den Zorn ab“ (Sprüche 15,1) hat ebenfalls dazu beigetragen, einige potenzielle Auseinandersetzungen zu entschärfen. Und vor allem denken wir daran, dass die Liebe eine Vielzahl von Fehlern und Unzulänglichkeiten zudeckt (1.Petrus 4,8).
Wenn du auf der Suche nach deiner „besseren Hälfte“ bist, würde ich dir raten, jemanden zu suchen, der deinen Glauben teilt und die gleichen wichtigen Ziele im Leben hat. Sprecht über Themen wie den Umgang mit Finanzen und die Gründung einer Familie. Bezieht Gott in eure Ehe mit ein, und er wird sich um den Modellierungsprozess kümmern, wenn ihr eure Verbindung seiner Fürsorge anvertraut.
