Eine der Arten, wie viele von uns Christen in Versuchung geraten können, unser Licht zu verbergen, besteht darin, unsere Gaben mit denen anderer zu vergleichen. Ich sehe den Sänger, der wunderschöne, von Herzen kommende Lieder der Anbetung und des Lobpreises zum Besten gibt, und frage mich, wie meine piepsige Stimme im Vergleich dazu standhalten kann. Ich höre die kraftvollen Worte eines Pastors oder Redners oder von jemandem, der sich wirklich gut in der Bibel auskennt, und meine Worte und mein Zeugnis kommen mir als nichts wert vor. Ich bewundere Menschen, die ein Hilfswerk leiten oder in einer Gemeinde Wirkungsvolles leistet, und mein Beitrag erscheint mir so gering.

Meine Fähigkeiten sind eher unscheinbare Begabungen. Sie fühlen sich oft an wie „Zweite‑Geige‑Gaben“, wie zum Beispiel, die Menschen zu unterstütze, die im Rampenlicht stehen, diejenigen zu ermutigen, die Verantwortung tragen, eine einfache hinter den Kulissen Dienende. In dem Moment, in dem ich meine Fähigkeiten herabsetze und denke, sie seien nicht hilfreich, wird unser kollektives Zeugnis ein wenig schwächer, und unser Licht beginnt zu flackern. Und das ist mir öfter passiert, als ich zugeben möchte.

Die Bibel spricht genau darüber:
„Gott ist gnädig und hat uns unterschiedliche Gaben geschenkt … wende sie an.“ – Römer 12,6
„Jeder soll in dem Stand bleiben, in dem er berufen wurde.“ – 1. Korinther 7,20
„Was wäre das für ein seltsamer Körper, wenn er nur aus einem einzigen Körperteil bestehen würde! Ja, es sind viele Teile, aber alle gehören zu dem einen Körper.“ – 1. Korinther 12,19–20

Für Gott sind alle unsere Begabungen wichtig und bedeutungsvoll. Tatsächlich erzielen wir die größte Wirkung, wenn wir unsere Begabungen, selbst die unscheinbaren, nach besten Kräften einsetzen. Unsere Begabungen sind dazu bestimmt, im Zusammenspiel mit anderen genutzt zu werden, wobei alle miteinander harmonieren und sich gegenseitig unterstützen. In einem Orchester ist jedes Instrument wichtig, jeder Klang wird gebraucht, um das Erlebnis zu vervollständigen. Ein Orchester, das nur aus Geigen besteht, die alle dieselben Töne in derselben Tonart spielen, ist bei weitem nicht so beeindruckend wie das Zusammenspiel von Streichern, Holz‑ und Blechbläsern und Schlaginstrumenten, die gemeinsam die Symphonie voll zur Geltung bringen.

Darum möchte ich dich ermutigen, deine leisen Gaben „laut“ einzusetzen. Du bist Teil von Gottes großem, wunderschönen Orchester. Die Noten, die du spielen sollst, sind wichtig. Und vergiss nicht: Der Klang der Piccoloflöte kommt nicht aus der Geige.