Den eigenen Glauben mit anderen zu teilen und sie auf die gute Nachricht der Erlösung durch Christus hinzuweisen, kann eine Herausforderung sein, aber es ist zugleich eine sehr erfüllende Aufgabe. Nicht jeder ist daran interessiert, mehr über Jesus zu erfahren oder eine Beziehung zu Gott einzugehen. Doch wenn Menschen ein Zeugnis annehmen und zu Christus finden, sei es sofort oder erst viel später, ist es ein schönes Privileg, Teil dieses Weges gewesen zu sein.

Als Botschafter für Christus (2. Korinther 5,20) sind wir wie Bauern. Wir bereiten den Boden vor, säen den Samen der Wahrheit und gießen und pflegen ihn, aber nur Gott kann den Samen im Herzen eines Menschen wachsen lassen. So gut und überzeugend du das Evangelium auch weitergibst, das Ergebnis liegt in den Händen des Herrn und hängt von der Antwort des Einzelnen ab. (Sieh „Das Gleichnis vom Sämann“ in Lukas 8,5–15.) Vielleicht wirst du die Frucht deines Zeugnisses nie sehen, und oft sind viele Menschen im Laufe der Zeit an jemandes Weg zu Christus beteiligt. Der eine lockert den Boden, ein anderer sät den Samen, wieder andere gießen ihn. Doch Gott ist es, der das Wachstum schenkt (1. Korinther 3,6).

Wenn wir treu unser persönliches Zeugnis weitergeben, ein Traktat oder ein Neues Testament verschenken, dürfen wir darauf vertrauen, dass der Heilige Geist in den Herzen und Leben der Menschen wirkt. Ob jemand sich für Christus entscheidet oder nicht, wir sind unserer Berufung treu, indem wir ihnen die Möglichkeit geben, ihn kennenzulernen (Römer 10,14).

Tipps, um die gute Nachricht wirkungsvoll weiterzugeben

Unser Auftrag ist es, allen Menschen die gute Nachricht zu bringen und ein lebendiges Beispiel für Gottes Liebe zu sein (Markus 16,15; Johannes 13,35). Dabei ist es wichtig, jeden Menschen als wertvoll in Gottes Augen zu sehen und als jemanden, den er liebt. Wir dürfen uns nicht an äußeren Erscheinungsbildern festhalten, sondern müssen lernen, die Menschen so zu sehen, wie Gott sie sieht. „Der Mensch urteilt nach dem, was er sieht, doch der HERR sieht ins Herz“ (1. Samuel 16,7).

Jesus hat uns darin ein klares Vorbild gegeben. Er wandte sich Menschen zu, auf die die Gesellschaft herabsah. Er sprach mit verachteten Zöllnern wie Zachäus (Lukas 19,1–10) und berief sogar einen von ihnen, Matthäus, zu seinem Jünger (Matthäus 9,9). Er ging auf Ausgegrenzte zu und heilte die „Unberührbaren“ seiner Zeit. Wir müssen Gott bitten, uns zu helfen, jeden Menschen, den er uns über den Weg schickt, mit seinen Augen zu sehen und ihn mit seiner Liebe zu lieben.

Oft braucht es Zeit, Liebe und Geduld, bis Menschen zu einer rettenden Erkenntnis Jesu kommen. Manchmal bedeutet das, Freundschaften aufzubauen und ein guter Nachbar, Freund, Kollege oder Mitschüler zu sein. Manche Menschen werden durch die Art und Weise, wie wir leben, und durch unsere offene Liebe und Fürsorge für andere zum christlichen Glauben hingezogen.

Wenn Menschen momentan noch nicht bereit sind, ein christliches Zeugnis anzunehmen, sollten wir sie nicht aufgeben. Vielleicht ist unser Einfluss nur ein Teil ihres Weges zu Jesus, der sich in manchen Fällen über Jahre erstreckt. Wir können für sie beten und den Herrn bitten, weiter in ihren Herzen zu wirken. Wir können ihnen zeigen, dass wir gerne im Gespräch bleiben. Und wir können durch liebevolle Taten ein lebendiges Beispiel von Gottes Liebe geben (1. Johannes 3,18).

Manche Menschen, mit denen wir unseren Glauben teilen oder denen wir ein Traktat geben, sind offen und bereit, die Botschaft anzunehmen, und möchten mehr über das Christentum erfahren. Doch wundere dich nicht, wenn andere Desinteresse zeigen. Es kann entmutigend sein, wenn du Menschen die Wahrheit weitergeben möchtest, die sie frei machen könnte (Johannes 8,31–32), dich aber abwimmeln oder das Thema wechseln. Wenn das geschieht, verliere nicht den Mut.

Manche reagieren negativ, weil sie unvorbereitet sind. Sie hatten nicht damit gerechnet, sich plötzlich mit einem so tiefgehenden Thema wie dem Glauben an Gott oder ihrer endgültigen Bestimmung auseinanderzusetzen. Andere haben vielleicht negative Erfahrungen gemacht oder Argumente gegen das Christentum gehört, die sie verunsichert haben.

Wieder andere befürchten vielleicht, dass sie – wenn sie Jesus als ihren Erlöser annähmen – damit ihre Familie oder kulturelle Herkunft verraten, oder dass sie von ihrem Umfeld ausgegrenzt würden. Andere wiederum haben noch nicht erkannt, wie sinnlos es ist, Wahrheit und Sinn in den Dingen dieser Welt zu suchen, oder sie wollen nicht an den Tod oder das Leben nach dem Tod und ihre ewige Bestimmung erinnert werden.

Es gibt auch Menschen, die deinen Glauben kritisieren oder das Christentum diskutieren wollen, weil sie skeptisch sind und ihre Ansichten äußern möchten. Doch es gibt ebenso aufrichtige Suchende, die argumentieren oder Fragen stellen, weil sie wirklich Antworten suchen und hoffen, dass ihre Einwände ausgeräumt werden.

Die Art und Weise, wie Jesus auf die ihm gestellten Fragen antwortete, liefert hilfreiche Beispiele. Manche Fragen kamen von Menschen, die aufrichtig nach der Wahrheit suchten – wie etwa die von Nikodemus, der wissen wollte, wie man von neuem geboren werden könne (Johannes 3,1–21), oder der Samariterin am Brunnen, die ihn auf das lebendige Wasser ansprach (Johannes 4,5–29). Jesus begegnete ihren Fragen mit Verständnis und wies sie auf die Wahrheit über seine Person sowie auf den Weg in das Reich Gottes hin.

In anderen Fällen forderte er diejenigen heraus, deren Fragen nicht aufrichtig waren – etwa als die Pharisäer ihn fragten, ob eine Frau, die beim Ehebruch ertappt worden war, für ihre Sünde gesteinigt werden solle. Jesus antwortete: „Wer von euch ohne Sünde ist, der soll den ersten Stein auf sie werfen“ (Johannes 8,3–7).

Wenn wir Menschen begegnen, die ablehnend reagieren oder unserem Glauben widerstehen, lehrt uns die Bibel, „wenn man euch nach eurer Hoffnung fragt, dann seid immer bereit, darüber Auskunft zu geben“, und das „aber freundlich und mit Achtung für die anderen“ (1. Petrus 3,15-16). Oftmals besteht der beste Umgang mit Meinungsverschiedenheiten nicht darin, die Aussagen des Gegenübers zu widerlegen, sondern ihm zuzuhören und anschließend die Wahrheit auf liebevolle und positive Weise darzulegen (Kolosser 4,5–6). Solltest du feststellen, dass jemand offensichtlich nichts von der biblischen Wahrheit über Gott hören möchte, kannst du dich höflich aus dem Gespräch zurückziehen.

Ein gewinnendes Zeugnis

Der Apostel Paulus schrieb: „Ich habe mich zum Diener aller gemacht, um möglichst viele für Christus zu gewinnen … Ich bin allen alles geworden, um unter allen Umständen wenigstens einige zu retten. Das alles tue ich um des Evangeliums willen“ (1. Korinther 9,19–23).

Auch wir können uns bemühen, auf Menschen in ihrer jeweiligen Lebenssituation, Herkunft und Kultur einzugehen. Wir können versuchen, so viele Gemeinsamkeiten wie möglich zu finden. Wenn wir unseren Glauben mit Menschen nicht-christlicher Herkunft teilen, können wir uns auf die Person Jesu konzentrieren, auf den einzigen religiösen Führer, der sein Leben für die Erlösung und Rettung der Menschheit gegeben hat. Wir können von seiner großen Liebe zu allen Menschen sprechen und von seiner Kraft, zerbrochene Herzen und Leben für die Ewigkeit zu verwandeln.

Als Christen sind wir berufen und beauftragt, Zeugen für Jesus zu sein und die gute Nachricht mit den Menschen zu teilen, die der Herr uns über den Weg führt (2. Korinther 5,20). Es ist ein Vorrecht, an Gottes Werk der Veränderung von Leben beteiligt zu sein und zu wissen, dass jemand, dem wir die Wahrheit weitergegeben haben, zur ewigen Rettung gefunden hat. „So wird im Himmel Freude sein über einen Sünder, der umkehrt“ (Lukas 15,10), und wir dürfen als Gottes Werkzeuge auf dieser Erde an dieser Freude teilhaben.

Es ist ein Vorrecht, daran mitzuwirken, wie der Herr das Leben von Menschen verändert, und zu wissen, dass jemand, dem wir die Wahrheit verkündet haben, zum ewigen Heil gelangt ist. „Genauso herrscht Freude bei den Engeln Gottes, wenn auch nur ein einziger Sünder bereut und auf seinem Weg umkehrt“ (Lukas 15,10), und auch wir haben als Gottes Werkzeuge auf Erden Anteil an dieser Freude.

Es ist nicht immer leicht, und es hilft, sich daran zu erinnern, dass jedes Opfer in diesem Leben sich lohnen wird, wenn wir Jesus sehen. Eines Tages werden wir die Freude erleben, zu wissen, dass wir unseren Teil zur Rettung anderer beigetragen und Jesu großem Auftrag treu gedient haben.