Das neue Jahr ist ein guter Zeitpunkt, um unser geistiges Fernglas zu reinigen und einen Blick auf das zu werfen, was vor uns liegt. Die „Big Five“ in Afrika beziehen sich auf die fünf kultigsten und begehrtesten Tiere für Menschen, die auf Safari sind: das Nashorn, der Elefant, der Leopard, der Büffel und der Löwe. Ich schlage vor, dass wir auf unserer Jagd nach einem fruchtbaren Jahr die „Big Three“ verfolgen – Planung, Ausdauer und die Verheißungen Gottes.
Planung
Um in diesem Jahr voranzukommen, müssen wir vielleicht unsere Bemühungen neu bewerten und noch einmal von vorne anfangen. Ein Freund von mir, der als Zimmermann in Japan arbeitet, erzählte mir, wie er ein Ryokan (ein traditioneller japanischer Gasthof) gespendet bekam, um dort ein christliches Gemeindezentrum zu errichten.
Was für ein Glücksfall! Er machte sich eifrig daran, das alte, von Termiten zerfressene Holz und die brüchigen, instabilen Strukturen zu ersetzen. Er investierte viel Zeit und Geld in die Restaurierung, erkannte jedoch bald, dass es billiger, schneller und effizienter gewesen wäre, das gesamte Gebäude abzureißen, den Schutt abzutransportieren und von Grund auf neu zu bauen.
Im Nachhinein betrachtet wäre er es ganz anders angegangen. Doch trotz dieser Fehleinschätzung blieb er dran, bis seine Träume wahr wurden und er das Zentrum am Laufen war. Aufgeben und kapitulieren kam für ihn nicht in Frage.
Jesus sagte, dass es manchmal besser ist, alte Sachen nicht mit neuem Material zu flicken (Matthäus 9,16). Es gibt Zeiten, in denen wir das Alte einfach hinter uns lassen und neu beginnen müssen. Das neue Jahr ist ein guter Zeitpunkt, um zu entscheiden, welche Prioritäten wir setzen wollen. Es ist hilfreich, festzustellen, was nicht geht, um herauszufinden, was geht, was wir annehmen und zu dem wir „Ja” sagen können und zu was eher nicht.
Eine Möglichkeit, im kommenden Jahr keine Zeit, Mühe und Ressourcen bei Projekten zu verschwenden, besteht darin, dem Rat Jesu zu folgen, mit dem Ende im Blick zu beginnen und schon vor dem Start zu prüfen, ob man über ausreichend Mittel verfügt, um die Aufgabe zu Ende zu bringen. (Denke an das Gleichnis vom Turmbau in Lukas 14,28–30.) Als ich in Manado auf Sulawesi lebte, sah ich viele Gebäude, die sich noch in einem frühen Bauzustand befanden und der tropischen Hitze, dem Regen und Verfall preisgegeben waren. Als die Gewürznelkenernte eingebracht war, hatten die Menschen etwas Geld und begannen, mit ihren neu gewonnenen finanziellen Mitteln zu bauen. Doch leider reichte das Geld nicht, um das Haus fertigzustellen, was eine große Enttäuschung war.
Beharrlichkeit
Es ist vorhersehbar, dass wir im kommenden Jahr Fehler machen werden, aber diese Misserfolge können Sprungbretter auf unserem Weg zu unserem Ziel sein. Ich habe festgestellt, dass ich mir selbst vergeben, mich wieder aufrichten und es erneut versuchen muss. Wenn du beim Bogenschießen das Ziel verfehlst, suchst du den Pfeil, gehst mit ihm zurück und versuchst es erneut.
Im Buch der Sprüche heißt es, dass ein Gerechter siebenmal fällt, aber immer wieder aufsteht (Sprüche 24,16). Dieser Spruch unterstreicht den Gedanken, dass wir trotz Herausforderungen und Rückschlägen immer wieder aufstehen und durchhalten können. Es ist eine Botschaft der Widerstandsfähigkeit und Hoffnung, die uns ermutigt, trotz unserer Misserfolge weiterzumachen und zu wachsen. Ein anderer Spruch sagt uns, dass zwei besser sind als einer, denn wenn einer fällt, hilft der eine dem anderen auf (Prediger 4,9–10). Wir alle brauchen Freunde und Mentoren. Wie es in dem alten Lied heißt: „I get by with a little help from my friends (Ich schaffe es mit ein wenig Hilfe von meinen Freunden).“ Konstruktives Feedback zu unseren Bemühungen kann uns helfen, beim nächsten Versuch erfolgreich zu sein und Fehler zu vermeiden.
In John C. Maxwells Buch „Failing Forward“ (Vorwärts scheitern) zählt er viele historische Beispiele von Menschen auf, die scheiterten, aber durch Beharrlichkeit und eine langfristige Wachstumsvision schließlich ihre Ziele erreichten. Denke an Menschen wie Lincoln, Einstein, Edison, Beethoven und Stallone. Manchmal entdeckten sie durch einen „glücklichen Unfall“ etwas, das sogar noch besser war als das, was sie ursprünglich beabsichtigt hatten.
Verheißungen von Gott
Das Gute am neuen Jahr ist, dass wir wissen, dass Gott mit uns ist und seine Liebe uns umgibt, ganz gleich, welche Umstände uns im kommenden Jahr erwarten mögen. Wir haben die absolute Gewissheit, dass Gott uns versprochen hat, uns durch schwierige Zeiten zu führen und beizustehen. Psalm 23 beschreibt den Herrn als einen guten Hirten, der uns zu grünen Weiden, an stille Wasser und aus dem „Tal des Todesschattens“ führt.
Als Israel in die Gefangenschaft geführt wurde, versprach Gott ihnen durch den Propheten Jeremia eine bessere Zukunft: „‚Denn ich weiß genau, welche Pläne ich für euch gefasst habe‘, spricht der HERR. ‚Mein Plan ist, euch Heil zu geben und kein Leid. Ich gebe euch Zukunft und Hoffnung. Wenn ihr dann zu mir rufen werdet, will ich euch antworten; wenn ihr zu mir betet, will ich euch erhören. Wenn ihr mich sucht, werdet ihr mich finden; ja, wenn ihr ernsthaft, mit ganzem Herzen nach mir verlangt, werde ich mich von euch finden lassen‘, spricht der HERR.‘“ (Jeremia 29,11-14).
Gott hat auch für jeden von uns im kommenden Jahr einen guten Plan. Wir müssen nur täglich mit ihm in Verbindung sein und ihm Schritt für Schritt folgen.
