Einsamkeit ist ein schleichender Prozess, wenn man Tag für Tag ohne die Verbindungen und die Nähe auskommen muss, die man braucht, um sich wirklich lebendig zu fühlen. Die gesellschaftlichen Veränderungen der letzten Jahrzehnte haben dazu geführt, dass sich mehr Menschen denn je isoliert fühlen. Ich habe zum Beispiel gelesen, dass 30 % der Erwachsenen wöchentlich oder sogar täglich unter Einsamkeit leiden, dass jeder vierte Erwachsene niemals heiraten wird und dass mindestens 12 % der Menschen angeben, keine engen Freundschaften zu haben.
Es gibt viele Theorien darüber, wie es dazu gekommen ist, doch Technologie und der Zerfall der familiären Gemeinschaft gelten als die Hauptursachen.
Einsamkeit fühlt sich für jemanden, der eine Beziehung zu Jesus hat, anders an als für jemanden der diese Beziehung nicht hat. Jesus hat versprochen, uns niemals zu verlassen und uns niemals im Stich zu lassen (Hebräer 13,5). Er ist immer bei uns, und wenn wir uns ihm nähern, wird er sich uns nähern (Jakobus 4,8). Sich daran zu erinnern, verändert die Situation grundlegend, wenn es darum geht, mit Einsamkeit umzugehen, aber es ist trotzdem nicht leicht.
Der erste Schritt ist, ehrlich anzuerkennen, dass du einsam bist und dass es wehtut. Anstatt dagegen anzukämpfen, sollte man darauf eingehen. In Jesaja 45,3 heißt es: „Ich gebe dir Schätze, die im Dunkeln verborgen sind – geheime Reichtümer. Das alles tue ich, damit du weißt, dass ich der HERR bin, der Gott Israels, der dich bei deinem Namen ruft.“
Könnte es sein, dass Einsamkeit eine kostbare Einladung ist, den Herrn besser kennenzulernen? Gott hat uns für Gemeinschaft geschaffen, für Beziehungen mit anderen Menschen. Und doch gibt es Zeiten, in denen wir Zeiten der Einsamkeit durchleben und darin verbirgt sich etwas, das es zu entdecken gilt: eine tiefere Nähe zu Jesus und dem Frieden, der aus dem Wissen entsteht, dass er dich niemals im Stich lassen wird.
Sobald du auf die Einsamkeit eingegangen bist und zulässt, deine Beziehung zu Jesus zu vertiefen, ist es auch hilfreich, nach praktischen Möglichkeiten zu suchen, wie du Gemeinschaft aufbauen kannst. Ja, das kostet etwas Zeit und fordert dich vielleicht heraus, deine Komfortzone zu verlassen. Aber es lohnt sich. Und wenn deine Beziehung zum Herrn fest verankert ist, wirst du damit besser umgehen können, dass Menschen in dein Leben treten und es wieder verlassen, bis du jene wertvollen Menschen findest, die treu zu dir stehen.
Diese wenigen Zeilen können nicht das ganze Ausmaß dieses Weges umfassen. Doch was ich dir sagen möchte, ist dies: Wenn du dich einsam fühlst, gerate nicht in Panik. Wenn du Jesus hast, bist du nicht allein, und in der Stille verbirgt sich ein Geschenk.
