Gib niemals auf!

Das Leben kann ganz schön hart sein.

Wenn du alles gegeben und trotzdem das Ziel nicht erreicht hast, deine Träume in weite Ferne gerückt sind und dir die Kraft fehlt, um weiter zu machen, dann hast du bestimmt einen Punkt erreicht, an dem du aufgeben möchtest.

Jeder von uns war schon einmal an diesem Punkt. Vielleicht ist es bei dir noch gar nicht so lange her, vielleicht ist es in diesem Moment so weit.

Wenn man immer und immer wieder auf die Nase fällt, wie rafft man sich wieder auf?

Ich weiß es – und du weißt es auch.

Du stehst auf und machst weiter, egal was passiert! Wie Winston Churchill sagte: „Wenn du durch die Hölle gehst, geh einfach weiter!“

Das mag jetzt ein komplexes Thema übermäßig vereinfachen, aber um etwas Bedeutendes zu erreichen, muss man Tag für Tag kämpfen und allen Hindernissen entgegentreten, die sich einem in den Weg stellen. Enttäuschungen und Misserfolge sind unser Ansporn, es immer wieder zu versuchen, härter zu arbeiten, mehr zu studieren und verzweifelter zu beten.

Jeder Erfolg ist das Resultat harter Arbeit und großen Zeitaufwands. Wenn wir nur langsam Fortschritte machen und die Verwirklichung unserer Pläne oder Träume auf sich warten lässt, stellt man sich leicht die Frage, ob etwas nicht stimmt. Wenn man an seine Grenzen stößt, ist das für mich jedoch ein ganz normaler Schritt auf dem Weg zum Erfolg. Wenn wir etwas erreichen wollen, müssen wir da durch.

Wenn wir uns auf ein neues Abenteuer einlassen und schnelle Resultate erwarten, werden wir meist enttäuscht. Wenn es nicht so schnell geht wie erwartet, was höchstwahrscheinlich der Fall sein wird, sind wir schnell ernüchtert, desillusioniert und versucht, aufzugeben. Wenn wir uns jedoch bewusst machen, dass der Weg zu unseren Zielen steinig sein wird, dann können wir die Herausforderungen mit Elan angehen und werden nicht überrascht oder bestürzt sein, wenn es doch viel verwirrender, anstrengender und zeitaufwendiger wird als erwartet.

Der ehemalige Pressesprecher des Weißen Hauses, Tony Snow, steckte mitten im Kampf gegen den Krebs, als er die Herausforderungen des Lebens wie folgt erklärte: „Gott liebt die Überraschung. Wir wünschen uns ein einfaches und vorhersehbares Leben – breite und gerade Straßen so weit das Auge reicht – aber Gott verlässt gerne die ausgetretenen Pfade. Er bringt uns in Situationen, die Ausdauer und Verständnis überfordern – und uns doch nicht bezwingen. Durch Seine Liebe und Gnade schaffen wir es. Die Herausforderungen wachsen uns über den Kopf, doch am Ende stärken sie immer unseren Glauben und schenken uns Weisheit und Glücklichsein, etwas, was wir sonst nicht erfahren würden.“

Rückschlägen und Enttäuschungen kann man auf vielerlei Arten begegnen. Ich glaube nicht, dass es eine perfekte Formel zur Überwindung von Schwierigkeiten gibt. Es gibt keine vorgefertigte Liste mit Handgriffen, um Mut und Kraft zu entwickeln, damit wir Angst, Stress, Kummer, Frust und andere Herausforderungen bewältigen können, die uns in verschiedenen Lebensabschnitten begleiten. Ich lasse mich oft von Biografien begeistern, in denen Menschen im Angesicht von Schwierigkeiten oder Behinderungen Großes geleistet haben. Der Sport liefert einige eindrucksvolle Beispiele, weil Sportler Personen des öffentlichen Lebens sind und ihre Leistungen klar gemessen werden können. Ein Beispiel:

Während eines American Football Spiels zwischen den Chicago Bears und den New York Giants merkte der Kommentator an, dass Walter Payton, der Runningback der Bears, im Laufe seiner Karriere bereits über 14 Kilometer auf dem Platz zurückgelegt hatte. Der zweite Kommentator fügte hinzu: „Und das, obwohl er alle 4,2 Meter von jemandem über den Haufen gerannt wird!“ Walter Payton, der erfolgreichste Runningback aller Zeiten, weiß, dass jeder – auch die Besten – zu Boden gehen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, aufzustehen und genauso stark weiterzumachen wie zuvor.1

Sport ist nicht der einzige Schauplatz, wo Vision und Ausdauer gefordert wird. Man kann großartige Beispiele in allen Lebensbereichen finden, einschließlich der Wirtschaft. Dieses hier ist eine ziemlich bekannte Geschichte:

Das Automobilgenie Henry Ford hatte einst einen revolutionären Plan für eine neue Art von Motor, den wir heute als V8 kennen. Ford war begierig darauf, seine großartige neue Idee zur Produktion zu bringen. Er ließ einige Männer die Pläne entwerfen und präsentierte sie den Ingenieuren. Als die Ingenieure die Zeichnungen studierten, kamen sie nacheinander zu dem gleichen Schluss. Ihr visionärer Chef wusste einfach nicht viel über die Grundprinzipien der Technik. Man musste ihm schonend beibringen, dass sein Traum unmöglich umzusetzen war.

Ford sagte: „Entwickelt ihn trotzdem!“ Sie antworteten: „Aber es ist unmöglich!“ „Macht schon“, befahl Ford, „und bleibt am Ball, bis ihr erfolgreich seid, ganz egal, wie lange es dauert!“

Sechs Monate lang kämpften sie mit Zeichnung um Zeichnung, Design um Design. Nichts. Noch sechs Monate. Nichts. Am Ende des Jahres sprach Ford mit seinen Ingenieuren, die ihm noch einmal sagten, dass das, was er wollte, unmöglich sei. Ford sagte ihnen, sie sollten weitermachen. Das taten sie und fanden heraus, wie man einen V8-Motor baut.2

Manchmal setze ich mir Ziele, aber letztendlich arbeite ich viel länger darauf hin als geplant. Oftmals können wir unseren Zeitplan nicht einhalten, aber vielleicht hat Gott ja einen anderen Zeitplan, gemäß Seinem übergeordneten Plan. Wenn wir Glauben und Entschlossenheit haben, erfinden wir keine Ausreden und geben auch nicht auf, wenn die Dinge nicht nach Plan gehen. Wie Helen Keller angeblich sagte: „Eine Kurve ist nicht das Ende der Straße … Es sei denn, du fliegst aus der Kurve.“

Das Leben kann nicht immer im ausgewogen sein. Manchmal wirst du das Gefühl haben, mehr als 24 Stunden am Tag zu benötigen; neben der Arbeit, den Kindern, dem Studium, der Hausarbeit und der Betreuung eines kranken oder behinderten Angehörigen kann die Liste noch endlos weitergehen. Diese wirklich schwierigen Zeiten nennt ein Freund von mir „die Todesjahre“. Du hast mehr zu tun als dir lieb ist, du bekommst wenig Schlaf und Bewegung, hast keine Freizeit und bist ständig erschöpft. Zusätzlich sieht man oft nicht den Fortschritt oder den Erfolg, den man sich erhofft hatte.

Ja, das sind die „Kritischen Jahre“. Es ist schwer. Trotzdem musst du sie hinter dich bringen. Du musst weitermachen.

Ob du studierst, ein Unternehmen gründest, eine neue Karriere startest, etwas Neues lernst oder mit etwas ganz Anderem beschäftigt bist, Herausforderungen lauern an jeder Ecke. Oftmals dauert es sehr lange, bis man Ergebnisse sieht, und davor muss man verschiedene Schwierigkeiten und Herausforderungen bewältigen. Hier ist ein gutes Beispiel aus dem Tagebuch des großen Evangelisten und Gründers der Methodistenkirche, John Wesley:

Sonntag, 5. Mai: Predigte in Sankt Anna. Wurde gebeten, nicht mehr zurückzukommen.
Sonntag, 5. Mai: Predigte in Sankt Johannes. Die Diakone sagten: „Verschwinde und bleib draußen.“
Sonntag, 12. Mai: Predigte in Sankt Jakob. Dorthin kann ich auch nicht zurück.
Sonntag, 19. Mai: Predigte in Sankt Sonstwer. Die Diakone beriefen ein Sondertreffen ein und erklärten, ich könne nicht zurückkehren.
Sonntag, 19. Mai: Predigte auf der Straße. Aus dem Viertel geschmissen.
Sonntag, 26. Mai: Predigte auf einer Weide. Von der Weide gejagt, als ein Bulle während des Dienstes auf mich losgelassen wurde.
Sonntag, 2. Juni: Predigte am Stadtrand. Wurde von der Straße vertrieben.
Sonntag, 2. Juni: Predigte auf einer Wiese. Zehntausend Menschen kamen, um mich zu hören.

Es gibt viele wahre Geschichten, die den magischen Moment beschreiben, in dem man sich weigert aufzugeben. Jede dieser Geschichten ist ein gutes Beispiel dafür, was passiert, wenn man hartnäckig bleibt und Ausdauer beweist.

Die Moral der Geschichte für unser Leben ist diese: Wenn wir nicht aufgeben, ist alles möglich.

  1. Jeff Quandt wurde zitiert in Irving Wallace, The Book of Lists(New York: Bantam Books, 1980).
  2. Napoleon Hill, Think and Grow Rich(Meridien, Conn: The Ralston Society, 1937).