Was ist innerer Frieden? Ist er ein Gedanke, ein Gefühl oder eine Entscheidung, die wir jeden Tag neu treffen müssen? Wie können wir gelassen bleiben in einer Welt voller Unsicherheit, Stress, Konflikte und Krisen? Diese Fragen beschäftigen mich schon seit vielen Jahren. Und doch hat sich meine Sichtweise auf den Frieden im Laufe der Zeit verändert.

In meinen Zwanzigern erschien mir das Leben aufregend und motivierend. Mein Ziel war es, die Welt zu erkunden, neue Menschen kennenzulernen und neue Erfahrungen zu sammeln. Als ich 30 wurde, hatte ich bereits in drei europäischen Ländern gelebt – in meinem Heimatland Rumänien sowie in Ungarn und Spanien – und bei Projekten in Großbritannien und Dänemark mitgewirkt. Es war eine Zeit des Wachstums und des Lernens. Doch allmählich schlichen sich Erschöpfung und innere Unruhe ein; meine Seele sehnte sich nach innerem Frieden und Ruhe, nach einem tieferen Sinn im Leben, der über das bloße Wandern von einem Ort zum anderen und dem ständigen Wechsel von Jobs und Menschengruppen hinausging.

Damals wusste ich noch nichts von Gottes Plan für mein Leben. Im Jahr 2011 führte er mich zu einer Gruppe christlicher Missionare, die bald zu sehr lieben Freunden wurden. Als Freiwillige in ihrer NGO fand ich eine neue Aufgabe und die Möglichkeit, der Gemeinschaft etwas zurückzugeben. Mit der Zeit wurde ihre aufrichtige Freundlichkeit, ihre Liebe und ihre echte Sorge um andere immer deutlicher sichtbar. Sie strahlten einen tiefen Frieden aus, echte Freude, Glauben und Weisheit. Behutsam nahmen sie mich an die Hand und führten mich zu Jesus. Dafür werde ich ihnen immer dankbar sein.

Ich dachte, sobald ich mein Herz für den Herrn öffne, würde mein Weg leicht und ohne Stolpersteine sein. Doch auch heute gehören Kummer, Misserfolge und Unsicherheit zu meinem Leben. Ich treffe immer noch falsche Entscheidungen und mache Fehler. Jesus sagte, dass wir in dieser Welt Bedrängnis haben werden. Doch in Ihm können wir Frieden finden, und deshalb sollen wir guten Mutes sein (sieh Johannes 16,33). Er hat auch versprochen: „Ich lasse euch ein Geschenk zurück – meinen Frieden. Und der Friede, den ich schenke, ist nicht wie der Friede, den die Welt gibt. Deshalb sorgt euch nicht und habt keine Angst“ (Johannes 14,27).

In Zeiten von Chaos und Not können wir uns immer an Jesus wenden. Seine Worte und Verheißungen tragen und trösten uns. Seine Barmherzigkeit und Weisheit waren für mich immer da und haben mir geholfen, Ruhe und Kraft, Glauben und Freude zu finden.

Vielleicht versteht mein Verstand Frieden als ein Erlebnis oder einen bestimmten Zustand. Doch letztlich finden wir wahren Frieden, wenn wir Gott vertrauen und seine beständige, bedingungslose und ewige Liebe erfahren.