„Alles hat seine Zeit, alles auf dieser Welt hat seine ihm gesetzte Frist“ (Prediger 3,1). Diese Worte erinnern uns daran, dass sich das Leben in verschiedenen Lebensphasen entfaltet, von denen jede ihre eigenen Freuden, Herausforderungen und Gelegenheiten mit sich bringt, auf Gott zu vertrauen. Ganz gleich, ob wir jung und voller Träume sind, uns den Herausforderungen der Lebensmitte stellen oder uns in späteren Jahren an einen ruhigeren Lebensrhythmus gewöhnen – Gott ist am Werk und passt unsere Prioritäten, Berufungen und Beziehungen neu an, damit sie seinem perfekten Plan entsprechen.
Vor vielen Jahren, als ich fünf kleine Kinder im Alter von einem bis sieben Jahren großzog, waren meine Tage vom frühen Morgen bis spät am Abend ausgefüllt. Ich erinnere mich, wie ich zwischen Wäschebergen und dem Füttern der Kinder hastig gebetet habe. Das Leben fühlte sich wie ein ständiger Balanceakt an. Und doch habe ich gerade in dieser Zeit Gottes Gegenwart mitten im Trubel gespürt. Er stärkte mich, leitete mich und gab selbst den kleinsten Aufgaben Sinn.
Als die Kinder älter wurden, zog unsere Familie nach Thailand. Dort unterrichtete ich Englisch an der Königlichen Thailändischen Militärakademie, während die Kinder die Highschool abschlossen. Auf den langen Busfahrten hatte ich viel Zeit, in Gottes Wort zu lesen und darüber nachzudenken. Dafür war ich sehr dankbar.
Jetzt befinde ich mich in einer anderen Lebensphase – als „Empty Nester“ (leere Nestbewohner), nachdem alle Kinder ausgezogen sind, ihr Studium abgeschlossen haben und verheiratet sind. Ich habe gemerkt, dass sich meine Berufung erneut verändert hat. Ich muss keinen Kleinkindern mehr hinterherrennen oder Lektionen verteilen. Stattdessen lädt Gott mich ein, meine Zeiten mit ihm zu vertiefen. Das hilft mir, junge Menschen zu begleiten und andere auf ihn hinzuweisen. Anfangs fiel mir dieser Wandel schwer. Ich vermisste die Aufregung und die Betriebsamkeit früherer Aufgaben. Doch mit der Zeit wurde mir klar: So wie sich meine Situation verändert hatte, so hatte sich auch die Art verändert, wie Gott mich gebrauchen möchte.
Auch wenn sich unsere Fähigkeiten und Lebensumstände ändern, bleibt Gottes Wesen doch immer dasselbe. In Hebräer 13,8 heißt es: „Jesus Christus ist gestern, heute und in Ewigkeit derselbe.“ Wenn sich unsere Rollen ändern und wir uns in unserer Identität unsicher fühlen, können wir uns stets auf seine beständige Liebe verlassen.
Den Glauben in jeder Lebensphase anzunehmen bedeutet, darauf zu vertrauen, dass Gott weiterhin wirkt, selbst wenn unsere Tage anders aussehen als früher. Er wundert sich nicht über einem älter werdenden Körper, nachlassender Energie oder veränderten Plänen. Er sieht das große Ganze und führt uns liebevoll Schritt für Schritt.
Manchmal bedeutet der Beginn einer neuen Lebensphase, sich auf etwas Unbekanntes einzulassen. Vor einigen Jahren lud mich eine liebe Freundin ein, einen kleinen Bibelkreis zu leiten. Ich fühlte mich unqualifiziert und unsicher, doch spürte ich, wie der Herr mich sanft dazu ermutigte, „Ja“ zu sagen. Dieser einfache Schritt des Gehorsams öffnete mir Türen, von denen ich nie erwartet hätte, dass ich dadurch anderen Menschen Mut machen und dabei selbst in meinem Glauben wachsen würde.
Gott lässt keine Phase unseres Lebens ungenutzt verstreichen. Was wir zu bieten haben, mag sich ändern, doch unser „Ja“ zu ihm bleibt wichtig. Ob wir nun lehren, beten, ein offenes Ohr bieten oder anderen dienen – wir können darauf vertrauen, dass unser Gehorsam ewige Wirkung zeigt.
Letztendlich bedeutet es, Gottes Plan in jeder Lebensphase anzunehmen, mit offenen Händen zu leben. Wir müssen bereit sein, das Vergangene loszulassen und das Kommende anzunehmen. Es bedeutet, täglich zu fragen: „Herr, wozu rufst du mich heute auf?“, und ihm zu folgen, auch wenn der Weg vor uns unbekannt erscheint.
Jede Lebensphase – ob voller Aktivität oder geprägt von Ruhe – ist eine göttliche Einladung, nah mit Jesus zu gehen. Unsere Aufgaben mögen sich ändern, doch seine Liebe bleibt immer dieselbe. Und wenn wir ihm vertrauen, finden wir Sinn, Frieden und Freude, ganz gleich, in welcher Lebensphase wir uns befinden.
Wenn du Jesus noch nicht als deinen Retter angenommen hast, kannst du das tun, indem du folgendes Gebet sprichst:
Lieber Jesus, ich glaube, dass du der Sohn Gottes bist und dass du für mich am Kreuz gestorben bist, damit ich durch dein Opfer für immer mit dir im Himmel leben kann. Bitte vergib mir meine Sünden. Ich öffne dir die Tür meines Herzens. Erfülle mich mit deinem Heiligen Geist und hilf mir, so zu leben, dass ich dich verherrliche. Führe mein Leben und hilf mir, dir nachzufolgen. In deinem Namen bete ich. Amen.
