Mein Jenga Turm

Eines meiner Lieblingsspiele hat damit zu tun, Dinge auseinander zu nehmen. Ein Spiel mit hohem Risiko, denn egal, wie geschickt man sich anstellt, es kann sehr schnell danebengehen und dann ist alles vorbei.

Jenga beginnt mit einem Turm aus kreuz und gegensätzlich übereinandergestapelten Holzklötzchen, drei in einer Richtung auf jeder Ebene, gefolgt von drei in der Gegenrichtung auf der nächsten Ebene und so weiter.

Jeder Spieler kommt abwechselnd an die Reihe, ein beliebiges Klötzchen zu entfernen und ihn auf der Spitze des Turms zu platzieren, wobei das Muster fortgesetzt wird, bis der Turm so aus dem Gleichgewicht kommt, dass er fällt. Die Person, die einen Block bewegt und den Turm zum Sturz bringt, verliert. Einfach und doch nervenaufreibend.

Als ich zum ersten Mal zu spielen begann, versuchte ich gewöhnlich die baulich wichtigsten Blöcke zu entfernen, nur um zu beweisen, dass ich es kann. Manchmal kam ich mit meiner Tapferkeit davon. Oft sind meine Pläne buchstäblich zusammengebrochen. Ich brauchte einige Zeit, um zu begreifen, dass die sichere Spielmethode zu weitaus beständigeren Siegen führte. Ich habe meine Lektion gelernt – oder etwa nicht?

Wenn ich mein Leben heute betrachte, fällt mir auf, dass ich immer noch dazu neige, mit der falschen Strategie zu spielen. Ich staple meine Aufgaben, Pläne und Bedürfnisse zu einem riesigen Haufen, der meine Fähigkeiten übersteigt. Und dann beginne ich damit, die eigentlich wichtigsten Steine zu beseitigen – angefangen mit meiner Zeit im Gebet und in Gottes Wort. Dann meine Familie, mein Schlaf, meine Ernährung, mein Fitnesstraining. Die ganze Zeit über sage ich mir, dass ich ziemlich gut zurechtkomme, und mein Lebensturm steht noch immer. Ich ignoriere die Warnungen, dass ich riskant spiele, und vertraue selbstgefällig auf meine Fähigkeit, alles auf einer immer schwächeren Grundlage auszubalancieren. Aber es ist nie von Dauer. Irgendwann – und oft zum schlimmstmöglichen Zeitpunkt – bricht mein Lebensturm zusammen. Aber das muss nicht so sein.

Jesus hat versprochen, dass, wer auf „den Felsen“ baut, sicher und wohl sein wird und sogar als weise gilt. Was auch eine Mahnung des Apostel Paulus ist: „Denn niemand kann ein anderes Fundament legen als das, das schon gelegt ist – Jesus Christus.“1. Sein Standpunkt ist klar: Das Wichtigste an erster Stelle und baue deinen Lebensturm auf das Fundament, das ihn trägt und stützt. Dann halte ihn stark, indem du die Teile, die ihn tragen, vorrangig behandelst und wenn du ihn verringern musst, verringere ihn in anderen Bereichen. Unsere Zeit ist begrenzt. Jeder Tag bringt eine Menge Herausforderungen mit sich, aber auch die Versuchung, das loszulassen, von dem wir glauben, dass wir ohne es auskommen können. Doch Jesus, das Gebet und die Gemeinschaft mit Glaubensgeschwistern sind die Dinge, die den Turm meines Lebens stabil halten werden.

  1. 1. Korinther 3,11