Ein Leben nach 1. Korinther 13

Heute las ich 1. Korinther 13 und machte mir Gedanken darüber, welche Bedeutung der Vers für mein Leben hat. Ich machte mir einige Notizen dazu und hoffe, sie können auch dir als Inspiration dienen.

Wenn ich in den Sprachen der Welt oder mit Engelszungen reden könnte, aber keine Liebe hätte, wäre mein Reden nur sinnloser Lärm wie ein dröhnender Gong oder eine klingende Schelle.

Kürzlich habe ich einen neuen Versuch gestartet, eine Fremdsprache zu lernen. Ich nahm mir vor, jeden Tag ein paar Minuten zu üben, und kann schon Fortschritte verzeichnen. Trotzdem habe ich noch einen weiten Weg vor mir, bis ich fließend sprechen kann und mich mit der Sprache wohlfühle. Es wäre großartig, wenn ich zu mir selbst sagen könnte, dass ich ein tolles Leben führen würde, wenn ich in allen Sprachen der Welt und der Engel sprechen könnte. Ich würde mir vielleicht sogar selbst ein paar Mal anerkennend auf die Schulter klopfen. Doch der Vers machte mir klar, wie viel wichtiger Liebe ist als alle meine Errungenschaften zusammengenommen.

Wenn ich die Gabe der Prophetie hätte und wüsste alle Geheimnisse und hätte jede Erkenntnis und wenn ich einen Glauben hätte, der Berge versetzen könnte, aber keine Liebe hätte, so wäre ich nichts.

Wenn ich einen Rat brauche, spreche ich mit Jesus und das ist wunderbar. Wenn Gott ein Wunder tut, wächst mein Glaube und das ist ein schönes Gefühl, denn dadurch steigt meine Gewissheit, dass Er sich auch in Zukunft um mich kümmern wird. Mit all diesen Gaben ist Gottes große Liebe eng verknüpft.

Wenn ich alles, was ich besitze, den Armen geben und sogar meinen Körper opfern würde, damit ich geehrt würde, aber keine Liebe hätte, wäre alles wertlos.

Ich arbeite für Helping Hand – einem missionarischen und humanitären Projekt im südafrikanischen Kapstadt. Wir verteilen viele Hilfsgüter unter die Armen und manchmal sind die langen Tage auf der Straße ermüdend. Dieser Vers erinnert mich daran, dass Liebe unsere Motivation ist – die unendliche Liebe Christi, die „uns in allen Schwierigkeiten tröstet, damit wir andere trösten können.“ 1

Die Liebe ist geduldig und freundlich. Sie ist nicht neidisch oder überheblich, stolz oder anstößig. Die Liebe ist nicht selbstsüchtig. Sie lässt sich nicht reizen, und wenn man ihr Böses tut, trägt sie es nicht nach. Sie freut sich niemals über Ungerechtigkeit, sondern sie freut sich immer an der Wahrheit. Die Liebe erträgt alles, verliert nie den Glauben, bewahrt stets die Hoffnung und bleibt bestehen, was auch geschieht.

Dieser Vers erklärt sich selbst. Ich bin kein Musterbeispiel für Selbstaufgabe und Güte, gutes Benehmen oder Selbstlosigkeit, Selbstbeherrschung und Wahrheitsliebe. Manchmal tendiere ich sogar eher zum Gegenteil.

Man sollte jedoch immer daran denken: Liebe kann auch bereinigen, was nicht liebevoll ist. „Gott dagegen beweist uns seine große Liebe dadurch, dass er Christus sandte, damit dieser für uns sterben sollte, als wir noch Sünder waren.“ 2 „Das Wichtigste aber ist, dass ihr einander beständig liebt, denn die Liebe deckt viele Sünden zu!“ 3 Ich will weiterhin darauf hinarbeiten, diese Liebe für andere zu erlangen, doch auch wenn ich es nicht schaffe, wird Jesus diese Liebe immer haben. Er ist Liebe. Er ist das beste Beispiel für Liebe, welches die Welt je gesehen hat. Wenn ich nahe bei Ihm bleibe, wird Seine Liebe mehr und mehr auf mich abfärben. 4

Die Liebe wird niemals aufhören, selbst wenn Prophetie, das Reden in unbekannten Sprachen und die Erkenntnis vergehen werden. Jetzt erkennen wir nur wenig, und auch unser prophetisches Reden offenbart nur wenig! Doch wenn am Ende das Vollkommene erscheint, wird das wenige aufhören.

Es ist wahr, Liebe ist so einfach zu verstehen. Sogar ein Baby versteht die Liebe. Liebe ist unser Fundament und unsere Priorität, denn alles andere basiert auf und entsteht aus der Liebe – sowohl die Liebe für Gott als auch für andere.

Als ich ein Kind war, redete und dachte und urteilte ich wie ein Kind. Doch als ich erwachsen wurde, legte ich das Kindliche ab. Jetzt sehen wir die Dinge noch unvollkommen, wie in einem trüben Spiegel, dann aber werden wir alles in völliger Klarheit erkennen. Alles, was ich jetzt weiß, ist unvollständig; dann aber werde ich alles erkennen, so wie Gott mich jetzt schon kennt.

Wenn ich im Himmel ankomme, werde ich überrascht sein, wie viel die kleinen liebevollen Gesten bewirkt haben, die ich anderen Zeit meines Lebens gezeigt habe. Ich werde mir sicherlich wünschen, mehr getan zu haben. Doch ich freue mich darauf, zu sehen, wie die liebevollen Gesten sich weit über meine Heimat, meine Arbeit und mein Leben hinaus weiterverbreitet haben.

Glaube, Hoffnung und Liebe, diese drei bleiben. Aber am größten ist die Liebe.

Wie viele Lieder, Bücher und Gedichte sind über die Liebe geschrieben worden? Mehr als wir uns vorstellen können! Trotzdem gibt es die eine Tat, die Liebe für immer definieren wird – die freiwillige, demütige, vergebungsvolle und ewige Liebe Gottes in Jesus, als Er einen schrecklichen, schwierigen, ungerechten und endlosen Tod starb, damit wir kein liebloses Ende finden müssen. Unser Glaube hat uns zu den Erben des Himmels gemacht, und dort liegt unsere Hoffnung – in Seiner unfehlbaren Liebe.

  1. 2. Korinther 1,4
  2. Römer 5,8
  3. 1. Petrus 4,8
  4. Siehe Johannes 15,5.