Das Dankestagebuch

Wie wird dieses Wort nochmals buchstabiert? Wie kann ich diese Idee verständlich rüberbringen? Ich kann meine Gedanken scheinbar nicht auf Papier bringen!

Mir wurde klar, wie eingerostet mein Schreiben war. Ich hatte seit meiner Schulzeit nicht mehr viel Gelegenheit, meine Gedanken in geschriebenen Sätzen zu fassen, und sah mich mit den offensichtlich schlechten Folgen konfrontiert. Dann erinnerte ich mich, wie sehr ich einen Kurs für kreatives Schreiben am College genossen hatte.

So entstand die Idee zu meinem Lob-Tagebuch. Bislang hatte ich meine Tage in Kurzform „protokolliert“, hauptsächlich des Organisatorischen wegen. In meinen Einträgen stand: „8. April: Schickte ein Paket an meine Tochter und besuchte Mary“, oder „Ging zum Arzt, begann Grippebehandlung.“ Aber dieses Tagebuch sollte anders werden. Ich würde mehr als nur Ereignisse auflisten; ich würde mir die Zeit nehmen, über alles nachzudenken, was an diesem Tag geschehen war, und dann meine Gedanken und Gefühle zum Ausdruck bringen.

Vor allem aber habe ich mir selbst eine Bedingung gestellt: Ich würde mir nicht erlauben, negative Bemerkungen über Menschen oder Situationen zu machen. Was immer ich schrieb, musste aus einem lobenden Herzen kommen – auch wenn die Situation ungerecht, die Person widersprüchlich oder der Tag völlig trostlos schien!

Es war wie eine Therapie. Ich lernte, Gebete zu schreiben, die die unangenehmen Situationen in Gottes kompetente Hände legten. Je mehr ich von dieser positiven Perspektive aus schrieb, desto klarer wurde mein Verständnis von Situationen, desto positiver wurde ich gegenüber anderen Menschen und umso mehr Ideen bekam ich für mögliche Lösungen. Diese Art Tagebuch zu führen erinnerte mich daran, dankbar zu sein „was immer auch geschieht“1, denn „wir wissen, dass für die, die Gott lieben, alles zum Guten führt.“2

Beim Auflisten der vielen Segnungen eines jeden Tages lernte ich, die unangenehmen Aspekte dem Gebet zu übergeben. Diese niedergeschriebenen Gedanken und Gebete sind wie Glaubenserklärungen, auf die ich zurückblicken kann, wenn ich meine Einträge wieder durchgehe. Es wird mir immer selbstverständlicher, die Ereignisse in meinem Leben durch das Prisma des Lobes zu betrachten.

Als Bonus zu diesem Schreibtraining, das ich bekomme, hat sich meine Rechtschreibung verbessert und mein Schreiben ist kreativer geworden. Ich habe mir einen Kalligraphie Stift für die Seitentitel gekauft und manchmal mache ich sogar ein wenig ausgefallene Beschriftungen oder illustriere die speziellen Einträge mit kleinen Tuschezeichnungen. Täglich werde ich daran erinnert, „wenn wir innehalten zum Denken, haben wir Grund zum Danken.“3

  1. 1.Thessalonicher 5,18
  2. Römer 8,28
  3. Autor unbekannt