Vor kurzem fuhr eine junge Frau, die mit meiner Tochter befreundet ist, rückwärts in mein Auto und hinterließ eine Delle und einige Kratzer. Sie bot an, für den Schaden aufzukommen, also holten wir einen Kostenvoranschlag ein. Die Reparatur würde sich auf fast 3.000 Dollar belaufen, was unserer Meinung nach viel mehr ist, als wir von jemandem verlangen können, die jeden Cent braucht, den sie sparen kann, während sie hart arbeitet, um ihren Weg durch das College zu bezahlen. Wir erklärten ihr, dass wir es nicht für richtig hielten, so viel Geld von ihr zu verlangen.  Sie war uns unglaublich dankbar, und wir hatten das Gefühl, das Richtige getan zu haben. Mein Auto ist schon älter, hoffen aber, dass es noch ein paar Jahre hält, auch wenn es nicht so schön ist, also haben wir die Delle behalten.

Wir alle brauchen Vergebung für unsere Sünden, für die „Dellen” in unserem Leben. Ich fand, dass diese Situation eine gute Illustration dafür ist, warum wir den Tod Jesu am Kreuz brauchen. Es gibt keine Möglichkeit, Gottes Vergebung zu verdienen. Jesus hat sich entschieden, unsere Schuld für uns zu bezahlen. „Wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist. Und er selbst ist die Sühne für unsre Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt.“ (1. Johannes 2,1-2).

Ich finde es interessant, wie etwas so Alltägliches wie ein verbeultes Auto mich etwas so Tiefgreifendes lehren kann. Selbst als ich jemandem vergab, wurde mir deutlich vor Augen geführt, wie viel Vergebung ich brauche, um mit Gott versöhnt zu sein. Genauso wie das, was diese liebe junge Frau zahlen konnte, nicht annähernd ausreicht, reichen auch meine Bemühungen, mich zu erlösen, nicht aus. Die „Delle” bleibt.

Egal, wie viel ich anderen vergebe, es wird nie annähernd so viel sein wie das, was Jesus mir vergeben hat. Eine Schuld, die ich nie bezahlen konnte, wurde durch den Tod Jesu getilgt. Ich bezweifle, ob wir so oft darüber nachdenken, wie wir es sollten. Wir sind schnell dabei zu erkennen, was uns jemand anderes schuldet, aber wir vergessen, was wir erhalten haben – in diesem Fall das Geschenk der Vergebung all unserer Sünden.