Meine älteste Schwester Sheila hatte einen großen Einfluss auf mein Leben, als ich noch jung war. Sie brachte mir das Gitarre-Spielen bei und schrieb schöne Lieder über Liebe und Hoffnung. Sie zeigte mir mit ihrem Beispiel, wie die Wunden der Seele wie die Wunden der Haut sind – sie heilen von selbst.

Irgendwann merkte ich jedoch, dass manche Menschen schneller gesunden als andere. Manchmal halten Menschen an ihrem Kummer fest, bis er zu Bitterkeit wird. Sie lassen traurige Erinnerungen ihr Gemüt trüben und ihnen die Lebensfreude nehmen. Es ist, als würden sie sich immer wieder denselben blauen Fleck stoßen, was verhindert, dass er jemals heilt.

Auch mir ist das passiert. Einmal hegte ich einige Wochen lang einen Groll gegen jemanden, bis ein Freund mir riet, die Sache ruhen zu lassen und für diese Person zu beten. Er sagte: „Wenn du für ihn betest, wirst du bald spüren, wie der Groll verfliegt.“ Ich befolgte diesen Rat, und es stimmte! Ich weiß nicht einmal mehr, wer diese Person war oder was sie mir angetan hat, aber ich erinnere mich an den Rat und habe ihn seitdem oft befolgt.

Meine Schwester hatte recht, was die Heilung der Wunden angeht, aber es gibt eine Bedingung: Wir müssen vergeben und vergessen, „loslassen.“ Was auch immer Schlimmes passiert, Gott kann es zu unserem Besten wenden, wenn wir Ihn lieben, Ihm vertrauen und Ihm folgen.

Die Geschichte von Josef in der Bibel ist ein gutes Beispiel für all dies. Er vergab seinen Brüdern, nachdem sie ihn für 13 Jahre in die Sklaverei verkauft hatten. In 1. Mose 50,20 sagt er zu ihnen: „Was mich betrifft, hat Gott alles Böse, das ihr geplant habt, zum Guten gewendet. Auf diese Weise wollte er das Leben vieler Menschen retten.“ 1

Denke daran, Gott selbst vergibt und vergisst! In Hebräer 8,12 heißt es: „Und ich werde ihr Unrecht vergeben und nie wieder an ihre Sünden denken.“ 2 Dieser Grundsatz ist das Herzstück der christlichen Botschaft. Es ist das, was Gott für uns getan hat, als Er Jesus sandte, um für unsere Sünden zu sterben. Wenn wir Nachfolger Jesu sein wollen, müssen wir Seine Liebe und Vergebung annehmen und dann lernen, zu vergeben und zu vergessen – nicht nur zum Wohle anderer, sondern auch zu unserem eigenen!


  1. NL
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