Als ich die E-Mail erhielt, dass mein Bruder John plötzlich an einem Herzinfarkt gestorben war, war ich schockiert und am Boden zerstört. John war gerade mal 50 Jahre alt – zu jung, um diese Erde zu verlassen, dachte ich, vor allem, weil wir erst vor kurzem darüber gesprochen hatten, uns nach 15 Jahren wiederzusehen.
Der Gedanke, John in diesem Leben nicht mehr wiederzusehen, war überwältigend. Mein Herz tat weh. Dann erinnerte ich mich an ein Lied, das John so gerne sang:
Der Himmel ist hier,
ist jetzt schon hier.
Der Himmel ist hier,
Und ich sag’ euch wie:
Jesus zu kennen,
ist Himmel hier unten.
Der Himmel ist hier,
ist hier gleich jetzt!
John lebte dieses Lied. Sein Glaube an Jesus trug ihn durch sein ganzes Leben. Er widmete sich der Hilfe für andere und diente eine Zeit lang als freiwilliger Lehrer in einem Indianerreservat in North Dakota. Leider führte ihn diese Erfahrung an einen dunklen Ort, wo er zum Alkoholiker wurde. Doch John fand Kraft in Jesus und blieb zehn Jahre lang abstinent. Dann kam eine weitere Herausforderung: die Diagnose einer schweren bipolaren Störung, die eine antipsychotische Medikation erforderlich machte.
Und jetzt das – ein Herzinfarkt mit 50! Als John eines Tages nicht zur Arbeit erschien, sah ein besorgter Freund nach ihm und fand ihn auf dem Küchenboden liegend. Offensichtlich hatte er einen schweren Herzinfarkt erlitten, der ihn auf der Stelle das Leben kostete. In meiner Trauer fand ich Trost in dem Wissen, dass John jetzt heil und wohlbehalten im Himmel bei Gott ist.
Jesus, der als Mensch auf der Erde lebte, lehrte seine Jünger zu beten: „Dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden” (Matthäus 6,10). Der Himmel ist ein Ort, auf den sich die Gläubigen freuen – ein Ort, an dem es keine Tränen, keinen Schmerz und keinen Tod gibt (Offenbarung 21,4). Alles, was in dieser Welt nicht in Ordnung ist, wird dort in Ordnung gebracht werden, wenn wir mit Jesus vereint sind und in liebevoller Verbundenheit mit ihm und untereinander leben.
Jesus hat uns angewiesen, ein Stück Himmel auf die Erde zu bringen, denn die Qualitäten des Himmels – Frieden, Liebe und Gerechtigkeit – sind für uns jetzt schon verfügbar, nicht erst danach. Gottes Wunsch ist es, dass der Himmel hier und jetzt beginnt. Jesus sagte zu seinen Jüngern: „Geht und verkündet ihnen, dass das Himmelreich nahe gekommen ist.“ Er wies sie an, Kranke zu heilen, Tote aufzuerwecken und Dämonen auszutreiben und erinnerte sie daran: „Teilt eure Gaben genauso großzügig aus, wie ihr sie geschenkt bekommen habt!” (Matthäus 10,7-8). Diese Botschaft ist auch heute noch für uns relevant.
Der Himmel ist eine ewige Realität nach unserem Tod, aber genauso ist er auch eine gegenwärtige Realität. Es geht nicht darum, so zu tun, als sei die Welt perfekt oder frei von Problemen. Es geht darum, das Schlechte um uns herum anzuerkennen und Teil von Gottes Plan zu werden, Heilung und Hoffnung zu bringen. Wir bringen den Himmel auf die Erde, indem wir Menschen helfen, Jesus kennenzulernen und täglich mit ihm zu gehen. Jesus verkörperte die Prioritäten Gottes, indem er bedingungslos liebte, großzügig vergab und den Vater von ganzem Herzen liebte (Markus 12,30-31). Er lädt uns ein, es ihm gleichzutun.
Der Gedanke an John, Jesus und den Himmel gab mir Trost und Frieden. Ich trocknete meine Tränen und schlief gut in dieser Nacht. Als ich am nächsten Morgen in meinen Garten ging, sah ich etwas, das mir den Atem raubte: Die beiden obersten Äste des großen Baumes vor mir waren ineinander verschlungen und bildeten die Form eines Herzens. Es erinnerte mich an Gottes Herz der Liebe. Ich spürte einen tiefen Frieden in meinem Herzen, weil ich wusste, dass John im Himmel ist, umgeben von Gottes Liebe.