Die Geschichte über den Jungen, der sein Mittagessen den Jüngern gab, um es mit der Menge zu teilen, ist wohl bekannt. 1 Jesus nahm die fünf Brote und die beiden Fische und segnete das Essen, das durch ein Wunder so vermehrt wurde, dass Tausende hungriger Leute satt wurden. Wer war der kleine Junge? Wie hieß er? Wie hieß seine fürsorgliche Mutter, die die Mittagsbrote bereitet hatte? Diese Details werden uns nicht geschildert.

Unbesungene Helden, von denen keiner spricht, die im Stillen einfache Gesten der Freundlichkeit zeigen, bilden den Hintergrund, der zu so vielen Wundern führt. Wunder der Befreiung, der Heilung und der Versorgung. Denk an die Männer, die ihren gelähmten Freund auf seinem Bett trugen; sie waren so besorgt, ihn zu Jesus zur Heilung zu bringen, dass sie einen Teil des Daches abdeckten, um ihn in das überfüllte Haus hinabzulassen. 2

Die Träger, die den Leichnam des Sohnes der Witwe trugen, blieben auf Jesu Geheiß stehen und wurden Zeugen des Wunders, wie der junge Mann ins Leben zurückkehrte. 3 Nicht zu vergessen die Freunde des Hauptmanns, die Jesus die Botschaft überbrachten, um an seiner Statt für die Heilung des Dieners des Hauptmanns zu bitten. Und als sie zurückkehrten, fanden sie den Diener gesund vor. 4

Diese namenlosen Menschen zeigten Gutherzigkeit, oft mehr als es die Pflicht verlangte. Es gibt keine Aufzeichnungen darüber, dass sie Dank oder Belohnungen empfingen. Ihre Freundlichkeit entsprang ihrem Herz.

Wahrscheinlich hast du nun das Thema in dieser Ausgabe erraten: Mache es dir in der kommenden Woche zum Ziel, jemandem eine Freundlichkeit zu erweisen – Kollegen, Freunden, Familienmitgliedern oder Fremden – ohne jemanden wissen zu lassen, was du getan hast, oder ohne etwas zurückzuerwarten. Besser wäre noch, es jede Woche zu tun. Vielleicht wirst du nicht Zeuge eines Wunders werden, aber du wirst jemand anderem ein Lächeln zugetragen haben.


  1. Siehe Johannes 6:1–15
  2. Siehe Lukas 5:18–25
  3. Siehe Lukas 7:11–15
  4. Siehe Lukas 7:1–10