Osterfreude

Letzten Ostersonntag backte ich einen Zitronenkuchen für eine kleine Gruppe von Freunden, die sich bei mir zu Hause trafen, um die Ostergeschichte zu lesen. Jeder las von seiner Bibel und wir hielten an, um interessante Punkte zu besprechen, auf die wir stießen. Danach gaben wir uns die Hände und beteten um Heilung und Vergebung für uns selbst, für unsere Familien und unsere Freunde, die an diesem Tag nicht bei uns sein konnten.

Nachdem ich wieder allein war, ging ich online und meine Augen fielen auf dieses Zitat, das ich noch nie zuvor gelesen hatte:

Für den Christen ist der Himmel der Ort, wo Jesus sich aufhält. Wir brauchen nicht zu spekulieren, wie der Himmel aussehen wird. Es genügt zu wissen, dass wir für immer bei Ihm sein werden. Wenn wir jemanden von ganzem Herzen lieben, beginnt das Leben, wenn wir mit ihm zusammen sind; nur in seiner Gesellschaft sind wir wirklich und wahrhaftig lebendig. So ist es mit Christus. In dieser Welt ist unser Kontakt mit Ihm schemenhaft, denn wir können nur durch ein dunkles Glas sehen … Die beste Erklärung dafür ist zu sagen, dass der Himmel der Zustand ist, in dem wir immer bei Jesus sein werden und wo uns nichts mehr von Ihm trennen wird.1

Es hat mich tief berührt und aus heiterem Himmel kam mir der Gedanke: Schicke das Zitat an deine Freunde. Ich wusste nicht, ob es jemanden so beeindrucken würde, wie es mich beeindruckt hatte, aber ich kopierte es in eine Gruppen-E-Mail mit einem einfachen Gruß, mit dem ich allen ein frohes Ostern wünschte und ihnen sagte, dass ich für sie betete.

Ich hatte meinen Laptop noch nicht einmal geschlossen, als ich eine Antwort bekam. Ein Freund, mit dem ich seit Monaten nicht mehr in Kontakt gestanden hatte, bedankte sich bei mir, dass ich das Zitat weitergeleitet hatte und merkte an, es hatte ihn inmitten eines sehr anstrengenden Tages erreicht.

Seine Antwort ging mir noch durch den Kopf, als ich meine Hündin zu ihrem abendlichen Spaziergang nach draußen brachte. Ich erinnerte mich, wie nah ich daran gewesen war, dem Gedankenanstoß nicht zu folgen, das Zitat zu schicken. Es ist nur ein kleines Zitat. Andere wird es wahrscheinlich nicht auf die Weise berühren, wie es mich berührte. Ich erinnerte mich daran, wie oft ich gedacht hatte, das, was ich tat, wäre egal und bedeutungslos oder würde vielleicht mehr bedeuten, wenn es spektakulärer wäre.

Wir bogen um die Ecke ab in ein ruhiges Wohnviertel und der Mond – hell und voll – leuchtete am Ende der Straße, als ob er unser Ziel wäre. Mich überkam plötzlich eine große Freude. Ostern ist eine Zeit der Auferstehung und des neuen Lebens, und in dieser Nacht fühlte ich mich, als wäre ich diejenige mit einem neuen Leben.

  1. William Barclay (1907-1978)