Drei glaubensfördernde Lernmomente

Es begann eines Morgens, als ich mit etwas, was meine Frau sagte, nicht einverstanden war. Es war während einer jener schwierigen Situationen, in denen man sich selbst als reizbar empfindet und Fehler bei jedem findet, der in der Nähe ist. Ich war gerade dabei, eine scharfe Antwort zu geben, als ich mich mitten drin erwischte und beschloss, zu beten, ob ich damit fortfahren sollte. Die Antwort war ein klares „Nein“. Es geschah alles so schnell in meinem Kopf, aber es löste eine Kettenreaktion aus, die zu neuen Erkenntnissen führte.

Der zweite Lernmoment ereignete sich kurz darauf. Ich war dabei, die monatlichen Berichte unseres Unternehmens abzuschließen, was eine Herausforderung sein kann, da sie recht kompliziert sind und Geduld und Ausdauer erfordern. Eine weitere Einzelheit tauchte auf, die meinen Gedankenfluss unterbrach. Obwohl die Arbeit pünktlich erledigt werden musste und wichtig war, konnte ich mich nicht auf diesen neuen Faktor konzentrieren.

Meine gute Gemütsverfassung schwand dahin, und ein paar Mausklicks weiter überprüfte ich die Nachrichten, schweifte zu Facebook hinüber und so weiter. Schließlich, sehr demotiviert, kämpfte ich darum, mich zusammenzureißen und zu beten, was ich tun sollte. Wie so oft, kam die Lösung fast sofort. Wenn ich das am Anfang getan hätte, hätte ich mir viel Zeit sparen können, ganz zu schweigen vom Stress.

Gottes Wort bestärkt dich darin, „Bring deine Sorgen vor den Herrn, er wird dir helfen. Er wird nicht zulassen, dass der Gottesfürchtige stürzt und fällt.“1 Aber wie können wir Gott unsere Lasten aufbürden, wenn Er schon einen Straßenzug oder sogar mehrere Meter entfernt ist? Wir können Ihm nur dann unsere Lasten aufbürden, wenn Er direkt neben uns, oder besser gesagt in uns ist. Je näher wir sind, desto leichter ist es, Ihm unsere Sorgen und Belastungen anzuvertrauen und mit Ihm zu kommunizieren. „Gott ist unsre Zuflucht und unsre Stärke, der uns in Zeiten der Not hilft.“2

Das erinnert mich an die Zeit, als ich in Hongkong lebte und mit einer Fähre in den Central District fuhr. Als sie langsamer wurde und sich ihrer Anlegestelle näherte, geriet sie fast bedrohlich ins Schlingern, bis sie vertäut war und sicher an der Hafenmauer angelegt hatte. Und das war der dritte Lernmoment: Sich zu bemühen, durch Beten zur Ruhe zu kommen, wie uns das Wort Gottes auffordert,3 kostet große Anstrengung. Aber derartig sind wir sicher an denjenigen gebunden, der alle Antworten hat und uns helfen kann, erfolgreich zu sein, trotz unserer selbst.

  1. Psalm 55,23
  2. Psalm 46,2
  3. Siehe Hebräer 4,11.