Die gesperrte Karte

Vor nicht allzu langer Zeit kontrollierten wir nach dem Kauf eines Flugtickets den Kontoauszug für unsere Kreditkarte und stellten fest, von der Fluglinie zweimal belastet worden zu sein. Wir nahmen umgehend mit ihr Kontakt auf, in der Hoffnung, den Fehler sofort beheben zu können und die Gebühren und Zinsen zu vermeiden, die es nach sich ziehen würde. Drei vergebliche und zeitaufwendige Anrufe beim Callcenter später fühlten wir uns irritiert und hilflos. Danach riefen wir unsere Bank an, die uns riet, die Kreditkarte zu sperren, bis wir eine Lösung finden würden.

Ein übereilter Entschluss, wie sich herausstellte! Nachdem meine Frau die Webseite der Fluglinie durchforschte, fand sie ausführliche Instruktionen im Falle einer Überbezahlung. Wir schickten eine E-Mail mit den nötigen Einzelheiten und innerhalb einiger Tage erhielten wir eine freundliche Antwort, in der uns die baldige Erstattung des Geldes auf unser Konto mitgeteilt wurde.

In der Zwischenzeit mussten wir uns mit den Konsequenzen unserer Kartensperre auseinandersetzen. Uns fiel die Aufgabe zu, unsere alte Karte zu de- und eine neue zu aktivieren, unzählige Seiten verschiedener Formulare auszufüllen, einzuscannen und per E-Mail zu verschicken und zusätzlich, zweimal zur Bank zu fahren.

All diese verschwendeten Stunden wären vermeidbar gewesen, wären wir nicht so übereilt gewesen. Unser Ansinnen, den Prozess zu beschleunigen, machte es am Ende nur noch komplizierter.

Es gibt Momente, in denen wir versuchen, uns mit aller Kraft unseren Weg durch ein Problem zu bahnen, statt Gott Zeit zu lassen, daran zu arbeiten, oder darauf zu warten, bis alles seinen natürlichen Lauf nimmt. Wenn wir uns geneigt fühlen, in eine Situation hineinzuplatzen, ist es ratsam, sich im Zwiegespräch mit Gott Zeit zu nehmen. Statt selbst einzugreifen, können wir für die Lösung des Problems beten und des Himmels Führung darin suchen, wie wir vorgehen sollen.

Die Bibel rät uns, im Geist zu handeln, statt in unserer eigenen natürlichen Stärke. Loszustürmen, um das 100 m Rennen zu gewinnen, passt zu Athleten wie Usain Bolt, dem jamaikanischen Kurzstreckenläufer, doch selbst er muss aufpassen, was er tut, denn er verpasste mit einem Fehlstart 2011 die Möglichkeit, seinen 100 Meter Weltrekord zu verteidigen.

Die Moral für mich ist, behutsamer zu handeln und Gott Zeit geben, zu wirken, damit die Dinge ihren Lauf nehmen können. Ich habe mir vorgenommen, stattdessen auf Gottes Führung zu warten, wenn ich wieder versucht bin impulsiv zu agieren.