Der gewaltige Schritt

Es schneite, als wir die letzten Gegenstände in den Container packten, der auf einem Industriegebiet bereitstand, verschifft zu werden. Dies war unsere letzte Fahrt zum Container, bevor er auf seine Reise über den Ozean mit einer Ladung persönlicher und gespendeter Gegenstände ging, die uns helfen würden, unser neues Leben in einem fernen Land aufzubauen. Wir hatten alles verkauft, was wir nicht mitnehmen konnten, zogen nach der Hausauflösung aus, verabschiedeten uns von Verwandten und Freunden und waren nun startklar – auf nach Kenia!

Wir hatten allerlei Bedenken zu hören bekommen, doch auch gute Wünsche und Gebete für unseren großen Umzug. Einige hielten es für mutig, mit fünf Kindern einen so drastischen Sprung zu wagen, einige sagten, es sei ein verrücktes Unterfangen, andere warnten uns ernsthaft vor Krankheit, Schmutz und Hitze. Aber Gottes Ruf, sich in die Missionsarbeit zu wagen, war verwurzelt in unseren Herzen, und während wir recherchierten, unsere Köpfe darüber zerbrachen, Vor- und Nachteile abwogen und beteten, wurden wir zuversichtlich und gewannen das Vertrauen, dass Gott derjenige war, der uns dazu gebracht hatte, diesen Schritt des Glaubens zu wagen.

Rückblickend auf diesen Tag vor 22 Jahren, als wir erstmals in Kenia ankamen, ist nicht immer alles reibungslos verlaufen. Gewiss, es gab Zeiten extremer Prüfungen und Herausforderungen, in denen unser Glaube ziemlich erschüttert wurde. Die Versuchung aufzugeben, war vorhanden, doch an den Verheißungen von Schutz und Versorgung im Wort Gottes festzuhalten, hat in diesen Momenten unseren Glauben immer wieder gestärkt. Zeugnisse von Glaubenshelden haben uns angespornt und uns Mut gemacht, dranzubleiben, wenn es hart auf hart kam, der Fortschritt langsam war und Widerstände uns den Weg versperrten.

Je mehr wir Erfahrungen im Glauben und in Ausdauer sammelten, desto mehr erkannten wir, wie es sich wahrlich gelohnt hat, die vertrauten Küsten an diesem Tag losgelassen zu haben, um dem Ruf Gottes zu folgen. Trotz unserer anfänglichen Befürchtung und Besorgnis erlebten wir unzählige Glaubenswunder, als wir eine völlig neue Welt betraten, die unser Zuhause wurde und in der wir eine Arbeit aufbauen konnten, durch welche unzähligen armen und bedürftigen Familien geholfen wurde.