Das Geschenk des Mangels

Letztes Jahr war ein ziemlich schwieriges Jahr. Nicht schrecklich, nur anstrengend. Unsere Familie stand vor vielen Herausforderungen in Bezug auf Arbeit, Gesundheit und Finanzen, und ich habe gehofft, dass die Dinge in diesem Jahr einfacher werden. Aber lass mich dir erzählen, was Gott mich gerade jetzt lehrt, denn es gibt einige wunderbare Dinge, die ich aus diesen Herausforderungen gewonnen habe.

Insbesondere eines Tages war ich frustriert und niedergeschlagen, weil das Geld wieder einmal knapp war. Ich war auch sehr, sehr müde und fühlte mich, als würde ich alles geben, was ich hatte und immer zu kurz kommen.

Ich öffnete meine Bibel zum Vaterunser: „Gib uns heute unser tägliches Brot“.1 Wir sind abhängig davon, dass wir jeden Tag zu Gott kommen müssen, um den Tag zu bestehen. Da gab es kein Laufen wie ein Verrückter, der versucht, alles zu erledigen, sondern das Vertrauen, dass Gott uns genug geben wird. Jeden Tag.

Ist es nicht peinlich, so abhängig von Gott zu sein? Vermittelt das nicht den Eindruck, wir seien nicht selbst dazu in der Lage. Oder wir wären faul oder erfolglos? Ich musste meine Vorstellung von Defiziten und Wünschen neu überdenken, um zu erkennen, was Gott mir zu zeigen versucht hat. Der Mangel ist eine Gelegenheit, Gott näher zu kommen, zu lernen, auf Seine Güte und nicht auf meine Fähigkeiten zu vertrauen.

Das betrifft nicht nur finanzielle Engpässe. Was ist mit Einsamkeit? Oder Invalidität? Oder irgendetwas, das eine Leere verursacht? Ich habe bemerkt, wenn ich Mangel oder Leere verspüre, es meine erste Reaktion ist, diese Leere auszufüllen, um mich besser zu fühlen – Freunde, Klamotten, Unterhaltung, Leistungen und „Produktivität“. Ich gelange an die Wurzel einiger meiner Ängste und anderer Probleme, und ich habe mich wegen dieser Gelegenheit für geistiges Wachstum und das Fehlen von Ablenkungen dankbar gefühlt.

In den verschiedenen Jahreszeiten des Lebens blühen und gedeihen wir manchmal und manchmal sind unsere Zweige kahl und unsere Wurzeln müssen sich tiefer in die Erde bohren, um den Winter zu überleben. Der Frühling folgt aber immer auf den Winter. Wenn du in der Zeit der Not steckst, benutzt Gott das vielleicht, um dir Seine Güte zu zeigen. Vielleicht will Er dir Seine Treue und die Schönheit zeigen, von Ihm abhängig zu sein. Er ist dein guter Hirte (und meiner), und Er wird sich um uns kümmern.

  1. Matthäus 6,11